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Schon in der Phase vorwissenschaftlicher Bemühungen um den Diabetes mellitus war den Ärzten die Bedeutung seelischer Faktoren für Entstehung und Krankheitsverlauf des Leidens aufgefallen. Wissenschaftlich faßbar wurden diese Beobachtungen erst, nachdem Methoden (Hypnose, empirische Untersuchungen des Einflusses psychischer Faktoren auf den Kohlenhydrat-Stoffwechsel [KH-StoffWechsel] bei Mensch und Tier, Korrelationsphysiologie und die allgemeinen umwälzenden Entdeckungen, die durch die Psychoanalyse Freuds möglich wurden) entwickelt worden waren, die diese Einflüsse objektiv nachweisbar machten und dem Bereich des Zufälligen enthoben. Neue theoretische Erkenntnisse aber, neue pathogenetische Einsichten und neue empirische Erfahrungen beeinflussen unsere nosologischen Vorstellungen und haben unmittelbare therapeutische Konsequenzen. Ohne behaupten zu wollen, daß alle nachfolgend referierten Autoren bei ihrem Vorgehen ein jeweils klares Wissen über diese Erkenntnisse gehabt hätten, partizipierten sie doch alle mehr oder weniger bewußt an der Wiederentdeckung der Lehre von den leibseelischen Beziehungen, die die Medizin seit Anfang dieses Jahrhunderts entscheidend geprägt hat. Diese neuen Erkenntnisse und Erfahrungen, vor allem die in Deutschland bisher fast unbekannt gebliebene spezielle psychosomatische Diabetesforschung, haben wir in einer Übersichtsarbeit (1) vorgelegt. Es ist nun die Aufgabe dieser Publikation, die auf der vorhergehenden basiert, die Bedeutung dieser neuen Einsichten und Forschungsergebnisse für die Therapie zu referieren. Es soll so vorgegangen werden, daß das zu referierende Material zunächst nach den jeweiligen Ansatzpunkten der Therapie gegliedert wird. Anschließend sollen die Folgerungen und Forderungen, die sich daraus für den praktischen Arzt ergeben, zusammengefaßt werden.
Zahlreiche Autoren haben Beobachtungen über den Einfluß von Umweltfaktoren auf den Diabetes und seinen Verlauf veröffentlicht (1). Hier er