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Wenn der Westdeutsche Verlag, Opladen-Köln, das Wagnis unternahm, das Hauptwerk von Jakob Moreno, Who Shall Survive? dem deutschen Publikum in Übersetzung vorzulegen1, übrigens fast gleichzeitig mit der französischen Übersetzung2, so darf man ihn wohl zu seinem Mut beglückwünschen. Andererseits sehen wir uns aber schon hier zu einer sehr wesentlichen Einschränkung veranlaßt, die wohl mehr die Berater des Verlages als diesen selbst betrifft. Diese Einschränkung liegt in dem Hinweis, daß das Werk ursprünglich bereits im Jahre 1934 (!) erschienen ist und keineswegs, wie die Bemerkung oberhalb des Copyrights auf der zweiten Titelseite glauben machen will, im Jahre 1953. Im Jahre 1953 ist vielmehr in Beacon, N. Y., eine Neuauflage des lange auf dem amerikanischen Büchermarkt vergriffen gewesenen Werkes erschienen, während seltsamerweise die deutsche Übersetzung der alten Ausgabe folgt, wobei sehr wichtige Ergänzungen und Erweiterungen einfach ausgelassen sind, ohne daß dem Leser erklärt würde, warum. In seinem „Vorwort“ geht auch Leopold von Wiese nicht darauf ein; er gibt vielmehr nur den eigenartig anmutenden Vorschlag, das Wort „sociometry“ auf Deutsch mit „Soziometrik“ zu übersetzen. In Analogie dazu werden wir uns wohl in Zukunft dazu entschließen müssen, auch das Wort Geometrie durch Geometrik zu ersetzen …
Wir hätten den obigen Einwand nicht erhoben, wenn sich nicht hinter ihm Fragen grundsätzlicher Natur verbergen würden, auf die wir auch in anderem Zusammenhang eingehen mußten3. Diese Fragen beziehen sich vor allem darauf, daß seit dem Jahre 1934 in der Sozionetrie außerordentliche Entwicklungen vor sich gegangen sind, von denen weder das eigentliche Werk Notiz nimmt (indem die in der neuen Ausgabe von 1953 enthaltene Bibliographie nicht aufgenommen wurde, ebenso nicht das wichtige Kapitel über die „Current Trends in Sociometry“, noch sonst irgendein Ersatz dafür) noch das Vorwort Leopold von Wieses, ebensowenig wie ein früherer Aufsatz von ihm von 19484, der eig