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Hier wird die deutsche Übersetzung der 1947 erschienenen, französischsprachigen Schrift „La réalisation symbolique“ vorgelegt, die die Behandlungsgeschichte einer jugendlichen Schizophrenen durch die Genfer nichtärztliche Psychoanalytikerin M.-A. Séchehaye darstellt. Diese einzigartige und berühmt gewordene Falldarstellung wurde von uns bereits ausführlich gewürdigt (siehe Referat Psyche 4, 258, 1950/51). Sie ist in dieser deutschen Ausgabe durch das später erschienene Tagebuch der Kranken — ein kurz nach der Heilung an die Analytikerin gegebener Bericht über ihre inneren Erlebnisse während der Krankheit — bereichert.
In diesem Bericht wird die Kluft und Fremdheit, die zwischen der Welt des Kranken und des Nichtkranken wie auch des Genesenen — gerade bei der Schizophrenie — liegt, weithin überwunden. Es gehört zur Eigenart der Schizophrenie, daß der Kranke in der Remission nur sehr ungern über seine gestörte Zeit spricht, und leicht taucht wieder Fremdheit, Mißtrauen und Angst auf, wenn er gewaltsam daran erinnert wird. Hier ist es der Patientin aber durchaus möglich, ohne Gefährdung an diese Zeit zurückzudenken. Liegt das daran, daß diese schizophrene Episode — die immerhin fünf Jahre dauerte — in besonderer Weise überwunden wurde, eben durch die einzigartige Begegnung zwischen der „Mère-analyste“ und der Kranken und nicht durch die gewaltsame und Ichfremde Nivellierung eines Schocks? Der Bericht bringt in oft kindlich einfachen Worten die inneren Erlebnisse bei einer erregten Katatonie, einem Stupor, die Bedrohung durch ein Wahnsystem und — ohne jeden Vorwurf — bei einer Internierung in einer psychiatrischen Klinik. Neben vielen Möglichkeiten der Beunruhigung, die dieses Buch für die Psychiatrie enthält — auch wenn kein polemisches Wort gegen sie darin enthalten ist—, bestätigt es die Behauptung, daß auch in Zeiten des Stupors, in denen das seelische Leben in seinem Ausdruck wie erloschen scheint, eine Vielzahl differenzierter und durchaus erinnerungsfähiger Erlebn