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Den Aufbau des Werks bestimmt die Frage der Einordnung des Frauenwesens in die Spannung zwischen physiologischer Schwäche und seelisch-geistiger Unabhängigkeit. Der Autor, theologischer Pädagoge und Psychologe, behandelt neben der „Physiologie des Frauenwesens“ im ersten Band in einem „Excurs“ die „Prostitution“ und die „weibliche Kriminalität“, während der Excurs des zweiten Bandes einmal der „weiblichen Hysterie“ zum anderen der „Gattenwahl“ sich zuwendet. Kampmann, heute Professor für Psychologie an der theol. Akademie in Paderborn, hat viele Jahre an Mädchen-Gymnasien und in katechetischen Zirkeln Erfahrungen und in einer ungewöhnlich reichen Literatur Kenntnisse über sein Thema gewonnen. Er spricht nicht nur die Pädagogen mit seinem Buch an, seine Arbeit bietet jedem Psychologen und Mediziner eine vollständige Übersicht über die Literatur und Forschungsergebnisse seit Plato bis auf das Jahr 1945, in dem die Arbeit vorläufig abgeschlossen wurde. Nur ein Autor wird lediglich in Sekundärliteratur vorgestellt: Sigmund Freud, während Alfred Adler gelegentlich und Wilhelm Fliess vor allem positiv zitiert werden.
Den Rahmen der beiden Bände, denen ein dritter über die Metaphysik des Frauenwesens folgen soll, bildet eine Betrachtung über die Geschlechterdifferenz. Der Ausgangspunkt ist einmal der Dilthey sche Gedanke, daß die seelisch-geistigen Erscheinungen in ihrer Totalität aufgefaßt, beschrieben und' analysiert werden müssen — wozu dann auch die Physis gehört; zum anderen die romantische