You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Für jeden, der sich mit der Soziologie beschäftigt, bildet auch heute noch das () von Alfred Vierkandt herausgegebene „Handwörterbuch der Soziologie“ ein unerläßliches und bisher im deutschen Sprachgebiet unübertroffenes Handwerkszeug. Durch die Herausgabe dieses Standardwerkes, für das er von Leopold von Wiese bis Theodor Geiger und von Alfred Weber bis Karl Mannheim die führenden deutschen Soziologen seiner Zeit zu vereinen wußte und dem er selbst die Quintessenz seiner an Psychologie, Ethnologie und Anthropologie gereiften soziologischen Erkenntnisse anvertraute, hat sich Vierkandt ohne Zweifel Anspruch auf einen dauernden Ehrenplatz in der Geschichte deutscher Sozialwissenschaft erworben. Nicht nur durch ihn hatten deshalb die für die soziologische Erkenntnis so ungemein wichtigen psychodynamischen Gesichtspunkte in diesem Werk hervorragende Berücksichtigung erfahren. Trotz meisterlicher Sachbeherrschung der Mitarbeiter und teilweise geradezu hinreißender Darstellung der einzelnen Sachgebiete, war freilich auch an diesem Buche die Zeit, die nirgends schneller voranzuschreiten scheint als in der modernen Wissenschaft, nicht spurlos vorübergegangen. Statt eines früher erwogenen einfachen Neudruckes hatte sich der verdienstvolle Ferdinand-Enke-Verlag daher entschlossen, das Werk in gänzlich veränderter, nämlich zwiefacher Gestalt neu vorzulegen. Einmal nämlich als „Handbuch der Soziologie“ (hg. von W. Ziegenfuß) und eben als das vorliegende, populäreren Ansprüchen genügende „Wörterbuch“.
Diese Neugestaltung, die pietätvoll dem Andenken Alfred Vierkandts gewidmet ist, liegt nunmehr vor, herausgegeben von Wilhelm Bernsdorf, einem der begabtesten Vierkandt-Schüler, dem späterhin F. Bülow zur Seite trat, und will lediglich „in alphabetischer Folge einen Überblick über den Gesamtbereich der Soziologie“ gewähren. An die Stelle einiger weniger, in systematischer Folge sich aneinanderreihender Artikel ist nunmehr eine Fülle von Gegenständen getreten, die zumeist in stichwor