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Wenn die folgenden Ausführungen eine Instanz aus dem Freudschen Strukturmodell der Persönlichkeit herausheben und auf ihre Gliederung hin untersuchen, dann soll das nicht ohne einen Hinweis auf die grundsätzlichen Schwierigkeiten geschehen, die ein solches Isolieren eines Teiles aus dem Gefüge einer Gesamtstruktur, aus der Funktionseinheit von Dynamik und Energetik, aus der Entwicklungsfolge der Genese mit sich bringt. Die Ergebnisse der genetischen, dynamischen und energetischen Betrachtungsweisen werden in ihren Grundzügen vorausgesetzt und nur soweit ausdrücklich erwähnt, als es eine Darstellung erfordert, deren Schwergewicht auf dem strukturellen Gesichtspunkt liegt.
Verfolgt man die Entwicklung der Psychoanalyse, so zeigt es sich, daß schon die ersten Entwürfe Freuds zur Lehre von der Verdrängung und später von der Traumzensur das Bestehen einer Instanz voraussetzen, von der diese Vorgänge der Abwehr und Zensur ihren Ausgang nehmen. Das schrittweise Vorgehen der Forschung, deren erstes Objekt die Triebphänomene waren, brachte es mit sich, daß für diese Instanz erst 1914, bei Einführung des Begriffes Narzißmus in die Theorie, ein Name in der Bezeichnung „Ichideal“ gefunden wurde. Diese neue Bezeichnung geht aus der Auffassung hervor, die „Selbstachtung des Ichs“ beziehe sich auf ein ideales, den Narzißmus an sich bindendes Ich. Die Schrift über „Massenpsychologie und Ichanalyse“, 1921, bringt dann das Ichideal mit den Vorgängen der Identifizierung in engste Verbindung.
In der Abhandlung über „Das Ich und das Es“, 1923, der geschlossenen Darstellung der Strukturlehre, finden wir die neue Bezeichnung „Überich“, die hier und weiterhin von Freud gleichsinnig verwendet wurde. Dieser neue Begriff bringt den Anspruch der Instanz zum Ausdruck, über dem Ich stehend eine Herrschaft nach eigenen Gesetzen auszuüben.
Das Bestehen von zweierlei Bezeichnungen legte verständlicherweise nahe, ihnen auch verschiedene Inhalte zu geben. F. Alexander 1 unternahm den Versuch e