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Jeder erfahrene Analytiker weiß, daß der Analysierte häufig mit Erscheinungen von Trennungsangst reagiert, wenn seine Analyse aus irgend einem Grund unterbrochen werden muß, oder auch nur, wenn eine solche Unterbrechung im Bereich der Wahrscheinlichkeit ist. Derartige Phänomene sieht man besonders häufig vor Ferienzeiten, aber gar nicht selten auch vor dem Wochenende und gelegentlich sogar, wenn die Behandlung so gut voranschreitet, daß der Patient ihren Abschluß ins Auge zu fassen beginnt. Die letztgenannte Erscheinung ist in der Tat typisch genug, um von einigen Analytikern als Prüfstein dafür verwendet zu werden, ob eine Analyse fortgesetzt oder abgeschlossen werden sollte (Bridger).
Die Übertragungsbedeutung dieser Separationsangst ist im allgemeinen nicht zweifelhaft. Was der Patient fürchtet, ist fast immer eine Wiederholung seiner Trennung von der Mutter in der Kindheit. Demgemäß wird die bevorstehende Unterbrechung der Analyse mit besonderer Häufigkeit als eine orale Drohung erlebt, d. h., als eine Gefahr, zu kurz oder zu wenig reichlich ernährt oder rücksichtslos von der Brust abgesetzt zu werden. Diesbezügliches Material erscheint in der Tat in dieser Situation sehr regelmäßig, nichtnur in den Assoziationen und Träumen, sondern auch in agierendem Verhalten und psychosomatischen Störungen. Es ist daher nicht überraschend, daß die orale Deutung der Separationsangst in der psychoanalytischen Literatur allenthalben im Vordergrund steht, selbst wenn das klinische Beweismaterial für diese Deutung nicht immer ganz zureichend scheint.
Zumal in der Literatur zur Psychogenese gewisser respiratorischer Störungen ist diese Tendenz deutlich zu erkennen. Es ist eine bekannte Tatsache, daß die Patienten sich oft erkälten, wenn ihre Analysen selbst für kurze Zeit unterbrochen werden (Saul) und daß Asthmaanfälle häufig vor dem Wochenende oder vor Ferien auftreten (French und Alexander). Da derartige Patienten sich in ihren Träumen und Assoziationen oft auf orale Themen bezie