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Es gibt Orte, an denen der Ruf haftet, in ihnen vollzögen sich Wunderheilungen. Das Wunder bringen meist bestimmte Heiligenbilder zustande. Eine Wallfahrt zur „Schwarzen Maria von Einsiedeln“, ein Gebet vor der Muttergottes in der Kapelle auf Kühmatt im Lötschental geben Kranken angeblich oft von einer Sekunde auf die andere die verlorene Gesundheit wieder. Und Weltruf haben sich die Wallfahrtskirchen zu Lourdes in Frankreich und in Kevelaer erworben1.
In Einsiedeln, auf Kühmatt und wohl auch anderswo sind ganze Wände an den Kultstätten mit Zeugnissen von Wunderheilungen dekoriert. Da hängen eingerahmt und hinter schützendem Glas handgeschriebene oder in Zierschrift abgefaßte, mitunter von Amtsstellen beglaubigte Briefe und Dokumente ehemaliger Kranker, die blitzartig Heilung von ihren Leiden gefunden hatten. Andere Genesene bezeugen, was sich mit ihnen ereignet, mit Bildern in Aquarell, Pastell und Öl, mit Darstellungen in Wachs, Holz oder gar aus Marmorstein.
Selbst den hartgesottensten Wissenschaftler und Rationalisten ergreift ein dunkles, seltsames Gefühl, wenn er all diese Zeugnisse erblickt. Er wehrt es ab und sagt sich, derlei Heilungen seien nur auf dem Wege der Suggestion zustande gekommen, und die Bilder, so primitiv sie seien — oder gerade deshalb, weil es sich um so simple, oft fast atavistisch anmutende, handgreifliche Darstellungen handle —, wirkten als Motoren zu ähnlichen Wunderheilungen.
Zweifler hört man gelegentlich schlankweg behaupten, derlei Heilungen durch den Glauben kämen nicht vor, und wenn sie sich ereigneten, seien nicht Wallfahrt, Gebet und Versenkung in religiöse Vorstellungen daran schuld, sondern die Nachwirkung ärztlicher Kunst; denn die meisten Kranken erzählen in ihren Niederschriften, daß sie einst Ärzte aufgesucht hatten, und daß diese ihnen angeblich nicht hatten helfen können.
Ich darf sagen, daß ich an Heilungen durch den Glauben glaube. Ich habe selber eine gesehen. Vielleicht ist sie typisch.
Während des ersten Weltkrieges tat