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Freud entwickelte seine psychoanalytische Methode und Lehre im Sprechzimmer und in der Einzelbehandlung. Er ist zeitlebens gegen Psychoanalyse im Sanatorium höchst skeptisch geblieben — vor allem, weil er dort ein Grundanliegen der psychoanalytischen Therapie aufs schwerste gefährdet sah: die Durchführung der Analyse in der Versagung.
“… Wer als Analytiker etwa aus der Fülle seines hilfsbereiten Herzens dem Kranken alles spendet, was ein Mensch vom anderen erhoffen kann, der begeht denselben ökonomischen Fehler, dessen sich unsere nicht analytischen Nervenheilanstalten schuldig machen. Diese streben nichts anderes an, als es dem Kranken möglichst angenehm zu machen, damit er sich wohlfühle und gerne wieder aus den Schwierigkeiten des Lebens seine Zuflucht dorthin nehme. Dabei verzichten sie darauf, ihn für das Leben stärker, für seine eigentlichen Aufgaben leistungsfähiger zu machen. In der analytischen Kur muß jede solche Verwöhnung vermieden werden.“1
In der Tat ist hierin etwas außerordentlich Gravierendes der psychoanalytischen Therapie berührt; eine Behandlung, die diesen Gesichtspunkt nicht in ihre strikten Grundlagen aufgenommen hat, ist keine psychoanalytische. In ihr werden allenfalls Symptomheilungen dadurch erkauft, daß der Therapeut agierend auf unbewußte oder gar bewußte Erwartungshaltungen seines Patienten eingeht und sich auf einen Tauschhandel einläßt, in dem der Patient auf ein Symptom verzichtet, weil er eine dem Therapeuten meist unbewußte Befriedigung neurotischer Fixierungen erhält. Mag dadurch auch ein lärmendes Symptom verschwinden, was in der Statistik dann als „Heilung“ erscheint — in Wirklichkeit kommt es nur zu einer Symptomverschiebung, zumindest im Sinne der Verstärkung charakterneurotischer Einstellungen und Haltungen.
Das Problem klinischer psychoanalytischer Behandlungen ist damit aber nicht erledigt, sondern erst recht gestellt. Es ist zunächst dem Analytiker als methodische Aufgabe gestellt. Er wird — soweit nur möglich — entsprechende