You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Jedem Psychoanalytiker begegnen in der Arbeit mit seinen Patienten ständig Ungeklärtheiten, Fragen und Probleme, deren Klärung und Beantwortung ihm einmal im Interesse seiner Patienten, zum anderen aber auch in wissenschaftlicher Hinsicht wichtig und bedeutungsvoll sein müssen. Die Tatsache, daß es immer wieder geschieht, daß ein an einer Neurose Leidender nicht von seinen Symptomen befreit werden kann oder daß dies doch nicht in dem Umfang gelingt, wie es wünschenswert wäre, fordert zwangsläufig die Frage heraus, was letzten Endes die Ursache des Nichtgelingens der therapeutischen Bemühungen war. An dieser Stelle sind im wesentlichen immer wieder drei Punkte zu diskutieren:
Sind Fehler im therapeutisch-technischen Bereich unterlaufen und wenn ja, welche und warum?
Ermöglichen es uns unsere theoretischen Einsichten, zu klären, welche strukturellen Eigentümlichkeiten bei therapeutisch fehlerlosem oder weitgehend fehlerfreiem Arbeiten einen Heilerfolg letztlich unmöglich machten?
Sind unsere therapeutischen Arbeitsmethoden speziellen Erkrankungen gegenüber angemessen oder verlangen bestimmte Strukturen eine Modifikation unserer Arbeitstechnik und wenn ja, welche?
Jede von uns durchgeführte und abgeschlossene Behandlung sollte Anlaß zur Stellung und Beantwortung dieser Fragen sein. Wenn dies ehrlich geschieht und man sich bei mißglückten Behandlungen nicht mit der fadenscheinigen Ausrede herausmogelt, der Patient sei für eine Analyse nicht reif oder zu primitiv gewesen oder er habe die Grundregel nicht einhalten wollen und anderes mehr, dann stößt man eben immer wieder auf nicht beantwortete und zunächst auch nicht beantwortbare Fragen, deren Klärung dann aber brennendes Interesse gewinnt.
Wenn bei dieser Sachlage ein Buch vorgelegt wird, das „Neue Wege in der Psychoanalyse“ verspricht und in seinem Gefolge noch zwei weitere, ganz umfängliche Bände hat, in denen diese neuen Gedanken noch weiter ausgestaltet und fortgeführt dargestellt sein sollen, dann wird der Leser mit Re