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In diesem Bande sind zwanzig Aufsätze vereinigt, die in den Jahren 1913 bis 1953 verfaßt worden sind. Trotz dieser langen Entstehungszeit ist ihr Zusammenhang ein außerordentlich enger. Gemeinsam ist ihnen einmal die konsequente Ausrichtung auf ein Thema, eine Anthropologie christlicher Prägung. Dazu kommt die höchst eindrückliche innere Kontinuität dieser Dezennien auseinanderliegenden Arbeiten: sie bilden ein lückenloses Gewebe, in dem kein einmal aufgenommener Faden wieder verlorengeht. Als Prolegomena werden sie wohl deshalb bezeichnet, weil es, nach der Auffassung des Verfassers, nie eine abgeschlossene Anthropologie geben wird, denn der Mensch steht „im Stand des Geheimnisses“.
Es ist eine sehr schwere Aufgabe, in einer relativ kurzen Rezension ein Werk zu besprechen, das die Lebensarbeit eines Denkers wie v. Gebsattel nicht nur im Quer-, sondern auch im Längsschnitt enthält. Wir möchten ein Verfahren einschlagen, das von manchen als subjektiv getadelt werden wird: es sollen im folgenden drei Aufsätze etwas ausführlicher dargestellt werden, die wichtige Aspekte aus des Verfassers Lehre von den Neurosen und Psychosen vermitteln. Zugleich enthält der dritte Aufsatz einige konkrete Hinweise auf die von v. Gebsattel angewendete Methode der Psychotherapie.
Wir beginnen mit dem 1938 erschienenen Aufsatz: „Die Welt des Zwangskranken“, der die besondere Weise des Existierens des zwangskranken Menschen und seine spezifische Daseinswelt untersucht. Ausgangspunkt sind drei von v. Gebsattel selbst behandelte sogenannte „anankastische Psychopathen“: eine Frau, die aus Angst vor durch Hunde übertragenen Würmern einen Waschzwang entwickelte, eine andere, die alles, was im entferntesten mit Leichen zusammenhängt, aufs ängstlichste meiden mußte, und ein Jüngling, der in der Furcht lebte, nach Urin zu riechen, und gezwungen war, allem Schmutzigen und Unordentlichen sorgfältigst aus dem Weg zu gehen.
Mit Binder unterscheidet v. Gebsattel eine „Störun