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Im vorliegenden Werk wird vorläufig über die Ergebnisse einer Untersuchung an 4446 Nachkriegskindern aus fünf Großstädten und einem Landkreis West-deutschlands berichtet. Die zentral geleiteten Untersuchungen wurden in einem jeweiligen Untersuchungsteam von einem Arzt, einem Psychologen und einer Für-sorgerin durchgeführt. Sie wurden dank einer großzügigen Unterstützung seitens der Marshallhilfe ermöglicht.
Da die Untersuchungen 1951 begannen, konnte mit den 300 Schulanfängern und 500 Schulentlassenen eines jeden Untersuchungszentrums ein Querschnitt unserer Jugend erfaßt werden, welcher in einem wesentlichen Entwicklungsab-schnitt, sei es der ersten Lebensjahre, sei es der Einschulung, die zurückliegenden Katastrophenjahre miterlebt hat. Da in einzelnen städtischen Zentren, besonders aber in dem Landkreis der Prozentsatz an Flüchtlingskindern beachtlich war, wird auch das Problem der Flüchtlings-situation für das heranwachsende Kind zur Diskussion gestellt. Wenn die Untersuchungen nach laufenden jährlichen Kontrollen in 10 Jahren abgeschlossen sind, hofft man, gerade mit den Längs-schnitten der kindlichen Entwicklung wertvolle Einblicke in die Gesamtsituation unserer Nachkriegsjugend zu gewinnen.
Die Untersuchungen sind außerordentlich gründlich. Neben den konstitutions-biologisch-anthropometrischen Tests, die an den Forschungen Zellers und Kretschmers orientiert sind, sowie der Erfassung der sozialen Situation des Kindes auf Grund von Gesprächen, Fragebogen und Hausbesuchen, lag ein Hauptgewicht auf der sorgfältigen psychologischen Untersuchung des Kindes, welche Thomae (Erlangen) in ihrer Form angeregt hat. Es wurde je eine Serie bekannter psychologischer Tests für die Schulanfänger und Schulentlassenen zusammengestellt und außerdem der Gesamteindruck des Kindes psychologisch-charakterologisch beurteilt. Zeit- und ortsbedingte Schwierigkeiten zwangen dazu, sich bei der Masse der Schulkinder auf eine Großserie von wenigen Tests zu beschränken, während bei jedem 1