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Am Beispiel einiger verwahrloster
Jugendlicher und Kinder wird dargestellt, wie die Prägung des Menschheitsbildes durch das in frühester Kindheit erlebte Mutterbild für die soziale Entwicklung des Menschen bedeutsam ist. Durch die in früherer Kindheit einwirkenden Schau-, Tast- Empfindungs-, Geschmacks- und Bewegungsbilder der Muttergestalt, die durch Wiederholung vertraut werden, entwickelt sich bei normalem Verlauf der Entwicklung so viel Zutrauen und Geborgenheitsgefühl, daß die notwendig werdende Lösung von der Mutter nicht als Liebesverlust erlebt zu werden braucht, sondern als Wandlung der Liebesform und Lohn für Reifung. Das ist möglich, ‚wenn Entsagung aus Hingabefähigkeit, Freude an eigener Leistung, Selbstwerterleben und Steigerung der Liebesfähigkeit und Lie-benswürdigkeit in Wirklichkeit erlebt werden“. Nur dann kann der wachsende Mensch lernen, sich zu bewahren und aus eigener Kraft Geborgenheit und Wärme zu schaffen, sich an die Wirklichkeit und auch an das Leiden anzupassen. Gute Erziehung ist liebevolle Anleitung zu Selbsthilfe und ermöglicht ein Gleichgewicht zwischen Wunsch und Realität. Auch für die Entwicklung der höheren Intelligenz sind sinnvolles Erleben der Vorbilder und sinnvolle Einordnung in die Welt nötig.
Aber das ursprüngliche Bild, das der normal behütete Mensch in sich aufbaut und bewahrt, kann verlorengehen. Ein bindungslos entwurzeltes Kind, dem das Mutterbild zerfallen ist, erlebt statt der normalen Bindung vorzeitig die Gefahr der Verlorenheit. Es sucht überall Halt und kann doch nirgends Verwurzelung finden, gerät in Chaos und Verzweiflung und ist nicht fähig, Angstsituationen zu verarbeiten. Auch zu häufiger Wechsel des Mutterbildes kann zu Bindungsschwäche bis Bindungsunfähigkeit führen (Pflegekinder).
Wenn solche Beeinträchtigungen des Mutterbildes nicht phantasiegemäß ausgeglichen, im Spiel korrigiert werden, oder das Kind keinen Ersatz findet, so kann es zur Verwahrlosung nach außen oder nach innen kommen — zu Zwangs-bindung