You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Bei affektgestörten Patienten, die durch ihre ihnen selbst verborgenen Wünsche und Ängste tief gehemmt sind, gelingt es oft trotz langfristiger, geduldiger Bemühungen nicht, mit rationalen, verbalen Methoden einen Kontakt aufzunehmen.
Das ist jedoch u. U. möglich, wenn Patienten aus ihrer tiefsten Erlebniswelt unmittelbar gestalten, wie es z. B. in Träumen erfolgt. Die Zeichen- und Maltherapie hat Verf. zuerst bei Kindern mit schweren affektiven Störungen erfolgreich angewandt. In der Kommunikation mit dem teilnehmenden und verstehenden Arzt löst sich der Bann, und damit die Isolierung des Kindes. Da nach Ansicht des Verfassers freies Zeichnen nur selten zum Ziel führt, werden mit dem Kinde seine Nöte besprochen und es aufgefordert, seine Gefühle zu zeichnen und zu malen. Der Therapeut ist in seiner Haltung aufmerksam und ermunternd, während des ganzen Malprozesses anregend und damit wesentlich an der Schöpfung des Kindes beteiligt. Ist der Kontakt zwischen Arzt und Kind auf diesem Wege hergestellt, so gelingen leicht spätere Wiederholungen.
Es entstehen stark emotionell geladene Zeichnungen, die aber oft fern der Realität erscheinen. Genaue Proportionen in den Zeichnungen deuten eher auf einen Widerstand des Kindes hin. Das Kind bedient sich im Zustand äußerster Konzentration wie in einem Wachtraume der Symbole und kann damit seine Wünsche und Ängste meist amorph infantiler, sexueller Art mitteilen.
Die Deutung des Therapeuten muß sich ohne Suggestion den vom Kinde selbst gegebenen Ausdrucksmitteln anpassen. Dabei soll kein Zwang ausgeübt werden, sondern dem Kinde bei mehreren Möglichkeiten der Deutung die Entscheidung selbst überlassen bleiben. Die Tatsache des Verstehens durch den Therapeuten vermittelt dem Kind allein schon eine Entspannung.
In allen Fällen fand Verf. eine nicht verarbeitete Ödipussituation als Ursache der verschiedenen Klagen des Kindes. Bisweilen kam es während der Maltherapie zu Rückschlägen, bis die Kinder ihre Ängste völlig ‚ausgezeichnet“ hatt