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Verfasser untersuchten die seelische Situation schwangerer Mädchen unter 16 Jahren. Sie wandten dabei ihr Augenmerk besonders dem Milieu, den erziehe-rischen Verhältnissen und der prägraviden Persönlichkeit der jungen Mädchen zu. Des weiteren wurden die unmittelbaren psychischen Reaktionen auf den Eintritt der Schwangerschaft sowie das Verhalten der Mädchen während der Schwangerschaft bis nach der Geburt beobachtet. Der Arbeit liegen 35 Kran-kengeschichten, davon 22 lediglich als katamnestische Erfassungen, zugrunde. Die Mehrzahl der Mädchen stammt aus mit psychisch abnormen Persönlichkeiten belasteten Familien, wo gehäuft außer-eheliche Schwangerschaften, Alkohol-abusus und Kriminalität vorkamen; Vier Fünftel der elterlichen Ehen waren schlecht, ein Viertel der Mädchen waren Halb- oder Vollwaisen. In keinem Fall erschien die Erziehung der Mädchen ausreichend. (Erzieherische Verwahrlosung bis zu Inzesthandlungen.) Drei Viertel der Mädchen waren infantil bzw. debil, bei haltloser Triebhaftigkeit. Unmittelbare Ursache der Schwangerschaft waren sexuelle Verwahrlosung und Verführung durch Familienangehörige oder Außen-stehende. Bei den Inzestsituationen handelte es sich meist um debile Mädchen. Besonders gefährdet erschienen Mädchen, die ohne Liebe in der Familie aufwuchsen. In einzelnen Fällen wirkte sich auch eine fehlende sexuelle Aufklärung katastrophal aus.
Wenn bei vielen Mädchen die eingetretene Schwangerschaft lange Zeit, bisweilen bis zur Geburt, verkannt bzw. negiert wurde, so dürfte, von debilen bzw. infantilen Charakteren abgesehen, der Verdrängungsmechanismus sicher eine Rolle spielen. In anderen Fällen löste die Schwangerschaft einen stupo-rösen bis hochgradig depressiven Zustand aus, so daß bei der Hälfte der katamnestisch erfaßten Mädchen aus medizinischer, d. h. psychiatrischer Indikation eine Schwangerschaftsunterbrechung notwendig erschien. Auf die bevorstehende Geburt reagierten viele Mädchen mit infantiler Angst. Alle stillten nur kurze Zeit, d. h. 3