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Ein junger Mann von 23 Jahren trat wegen Arbeitshemmung und Pervitinmißbrauch in unsere Anstalt ein. Er ist das einzige Kind eines wesensverschiedenen Elternpaares. Der Vater, Bankbeamter, ist intelligent, aber selbstunsicher, gehemmt, weich, nachgiebig und zudem invalide; denn er hat in jungen Jahren durch Unfall ein Bein verloren und geht mit einer Oberschenkelprothese. Die Mutter, ehemalige Serviertochter, ist von gröberer Struktur, energischer. Sie war stets in der Familie tonangebend und dominierte über den Vater. Impulsiv, aufgeregt, einseitig streng, hatte sie erzieherisch keine glückliche Hand.
In der Familie kommen weder Psychosen noch schwere Charakteranomalien vor. Als Kind war der Patient schwer lenksam, trotzig und jähzornig. Er blieb lange unselbständig, wollte sich nicht selber ankleiden. Das Bettnässen war ihm sehr früh abgewöhnt worden.
Im 11. Lebensjahr traten Zwangserscheinungen auf. Der Patient begann auffallend viel zu beten und sich zu bekreuzigen. Ins übliche Tischgebet mußte er außer Vater und Mutter immer weitere Kreise einbeziehen. Später unterlag er dem Zwang, jeden herumliegenden Nagel beiseite zu räumen, weil sich jemand daran verletzen könnte.
Als der Knabe das erste Mal zur Schule sollte, sträubte er sich heftig. Er scheute den für ihn neuen Ort und fürchtete, dort nicht bestehen zu können. Dennoch wurde er ein recht guter Primarschüler. In der Realschule wurde er zunehmend unsicher und hatte schließlich Mühe, Schritt zu halten. Mit