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Meine Schüler haben das Recht, mir beliebig viele freiwillige schriftliche Arbeiten als sogenannte „freie Aufsätze“ abzugeben.
Die 14jährige Ursula X., Tochter eines Fabrikarbeiters und 4. Kind einer sechsköpfigen Töchterschar, brachte mir letzthin folgende Niederschrift:
Der Mann, der den Mädchen auflauerte, war ein Exhibitionist. Er hat seine Perversion am gleichen Orte auch vor anderen Mädchen und auch am Tage praktiziert, und er wurde vom Landjäger, der ihm auflauerte, schließlich erwischt und abgeführt.
Uns interessiert der Bericht zweier Mädchen, die in einem etwas abseits vom Dorfe stehenden Weiler wohnen, der vom Schulhaus (und der Turnhalle) aus auf einem kleinen Umweg „bei der Papiermühle vorbei“ erreicht werden kann.
Das „Weiße“ und „Längliche“, das der Mann in den Händen hielt, ist der Penis. Merkwürdigerweise — aus Verdrängungsgründen! — sind nun von den Mädchen die Hände des Exhibitionisten als „hochgehoben“ gesehen worden. Ich fragte Ursula, die zu mir in einem sehr guten affektiven Verhältnis steht, ob sie nicht hätte sehen können, was der Mann denn in den Händen gehalten habe. Sie habe „den Gegenstand“ nicht erkennen können, antwortete das Mädchen. Ursula hat auch mich nicht etwa angeschwindelt, weil sie sich geschämt hätte, vor ihrem Lehrer eine Beobachtung preiszugeben, die ihr peinlich gewesen — es handelt sich wirklich um eine optische Täuschung, die zusammen mit der Schwester kollektiv erlebt wurde (ich befragte auch die Schwester).
Interessant ist auch die „Verschiebung nach oben“ [Freud]: was gesehen ist, wird aus der verpönten Körpergegend weg in eine andere, weniger „gefährliche“ projiziert.
Und interessant ist noch das kleine Detail, daß die „angstgelähmten“ Mädchen, die „keinen Schritt“ mehr tun können, lachen. Das Lachen ist gewiß ein Abwehrmechanismus. Wenn man über etwas lachen kann, wird es ungefährlich. Lächerlichkeit tötet. Zugleich aber könnte das Lachen der Mädchen der hintergründigen Freude darüber Ausdruck geben, etwas gesehen zu h