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Die nachfolgende Arbeit befaßt sich mit der Saliromanie aus sexuellen Motiven, einer seltenen Art der sexuellen Perversionen. Sie will weder eine Theorie über die Perversionen im allgemeinen, noch über die Saliromanie im besonderen entwickeln, sondern 2 besonders typische Fälle darlegen, bei denen die psychologischen Hintergründe einigermaßen verständlich erscheinen. Zwar sind die Ursachen der Perversionen an sich auch heute noch nicht restlos geklärt, obwohl sich die Psychiatrie seit Freud recht intensiv damit befaßt. Freud war der erste, der sich nicht mit bloßer Kasuistik begnügte, sondern eine einheitliche Theorie über die Entstehung der sexuellen Perversionen aufbaute. Wenn diese auch reichlich mecbanistisch gedacht war — was übrigens schon der Urheber selbst erkannte — und sie recht bald wieder fallengelassen wurde, so kann sich die Psychoanalyse doch rühmen, den Anstoß zum Studium gegeben und nicht unwesentliche Vorarbeiten zum weiteren Ausbau der Sexualpsychologie geleistet zu haben. Die bald darauf sich entwickelnde, „anthropologische“ Theorie, deren Vertreter vor allem V. E. von Gebsattel, Schwarz und Strauß sind, sieht in der Perversion eine destruktive Reaktion. H. Kunz nennt sie eine Folge der Störung der Zärtlichkeit und der Zerstörung der leiblichen Ganzheit (1), und M. Boss endlich bezeichnet die Perversionen als „charakteristische Ausdrucksphänomene einer gestörten Dialektik zwischen der Seinsweise der Liebe und der ‚Sorge‘“ (2).
Mit der Saliromanie wird eine Perversion, die äußerst selten zu sein scheint, aus den vielen herausgegriffen. Sie besteht darin, daß die sexuelle Befriedigung nicht im normalen Geschlechtsakt, sondern in der Besudelung weiblicher Kleider oder Personen gesucht wird. In der uns zugänglichen Literatur konnten nur die folgenden wenigen Fälle ausfindig gemacht werden, die der Vollständigkeit halber angeführt werden.
A. I. van Waveren (3) berichtet über einen recht typischen Fall von Saliromanie in Holland. Es handelte sich um eine