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„Le coeur a ses raisons que la raison ne connaǐt point“. Pascal
Mit Freuds 1920 erschienener Arbeit „Jenseits des Lustprinzips“ vollzog sich ein Umschwung in seiner Lehre. Nach Brun, der das Wesen dieser Änderung in Freuds Denken trefflich ausdrückt, versuchte Freud „.… den Dualismus zwischen den Ichtrieben und den Sexualtrieben, auf welchen nach der bisherigen Lehre der neurotische Triebkonflikt beruht, jetzt auf einen Dualismus zwischen Lebens- und „Todes“-Trieben auszurichten1.“ Dadurch werden die Aggressionstriebe und ihr Gegenstück, der Masochismus, in einen ganz neuen Zusammenhang eingeordnet. Um uns der Worte Bruns weiter zu bedienen: „Freud meinte, es könnte sich bei dieser Triebgruppe um Äußerungen eines besonderen Urtriebes handeln, welcher als der eigentliche Gegenspieler aller Lebenstriebe auftrete, und den er daher als „Todestrieb oder Destruktionstrieb“ bezeichnete. Demnach wäre also der Masochismus ein Primärtrieb, nämlich eine jedem Lebewesen innewohnende Tendenz zur Selbstzerstörung, zum Tode2.“
In seiner im Jahre 1924 erschienenen Arbeit „Das Ökonomische Problem des Masochismus“ unterbaut Freud seine Lehre von der Existenz eines primären Todestriebes und eines primären Masochismus noch weiter. Der feminine und erogene Masochismus untersteht zwar nach wie vor dem Lustprinzip, der moralische Masochismus hingegen wird nun zum Ur-Masochismus, dessen Bestreben es ist, die Existenz des Menschen zu vernichten.
Die Existenz der masochistischen Strebungen kommt Freud rätselhaft vor. Es ist ihm unverständlich, daß Schmerz und Unlust nicht mehr Warnungen, sondern selbst Ziele sein können3.
In seiner tiefgründigen Arbeit „Über Freuds Hypothese vom Todestrieb“ nimmt Brun zu Freuds Theorie Stellung: „Die sexuellen Partialtriebe lassen sich samt und sonders auf Triebverschränkung mit Selbsterhaltungstrieben zurückführen, die an die gleiche erogene Zone gebunden sind. Das ist, meiner Meinung nach, eine absolut feststehende Tatsache. Demgemäß gibt es überhaupt keinen p