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Die letzte große Arbeit Sigmund Freuds, „Der Mann Moses und die monotheistische Religion“ (veröffentlicht in den Jahren 1937-1939) steht in mehr als einer Hinsicht im Gesamtwerk dieses Forschers einzigartig und gesondert da. Nicht nur gewinnt man von ihr den Eindruck des letzten Bekenntnisses zu einem wissenschaftlichen Lebenswerk, sondern man fühlt auch eine Lockerung der nüchternen Strenge, die sich Freud sein Leben lang in seinen Publikationen auferlegt hat, man erlebt Milderungen einstiger Härten und Weitungen im Sinne der Verschmelzung von Werk und Meister. Was Freud zu diesem Überschwung bewogen hat, soll hier aufzuzeigen versucht werden.
Im übrigen haben sich diese Betrachtungen, was den gesamten Gehalt der Moses-Arbeit anbetrifft, große Einschränkungen aufzuerlegen, und es kann nur in einzelne Probleme, die in ihr aufgeworfen werden, tiefer einzudringen versucht werden. So wird eingangs das die ganze Arbeit durchziehende Problem von Mythus und Geschichte in bezug auf die Frage ihres realen und psychischen Erkenntnisgehaltes gestreift, dann auf Freuds persönliche wissenschaftlich, menschlich und schicksalsmäßig begründeten Motivationen zu dieser Arbeit hingewiesen, einige Quellen, die von ihm nicht erwähnt werden, besprochen und schließlich auf die früheren Arbeiten des Forschers („Die Zukunft einer Illusion“, „Das Unbehagen in der Kultur“) bezug genommen, mit denen die Moses-Arbeit eine Einheit bildet.
Von dem eigentlichen Werk werden das religiös-psychologische Moment und die durch die psychoanalytische Methodik und Einsicht gewonnenen Erkenntnisse in den Vordergrund gestellt und die Beziehungen des jüdischen Monotheismus zu seinem Vorläufer in Ägypten und seiner Nachfolge als Christentum betrachtet. Die Persönlichkeit von Moses als Träger und Exponent des ganzen Geschehens, als Bildner von Religion und Charakter des jüdischen Volkes, sein Schicksal und dessen folgenschweren Auswirkungen werden an Hand von Freuds Funden dargestellt.
Die ganze Moses-Arbeit wir