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Es wird allgemein angenommen, daß die Entwicklung des Ichs bis etwa zur Adoleszenz andauert. Die Libido (der Es-Gehalt) erreicht in der Kindheit die phallische und in der Adoleszenz dann die volle genitale Phase. Nach Freud setzt die Ausbildung des Überichs zu Beginn der Latenzzeit ein und ist gegen deren Ende hin abgeschlossen. Meiner Meinung nach geht diese Entwicklung noch weiter: Die Ausbildung und Ausreifung des Ichs dauert auch im Erwachsenenalter an, sofern die betreffende Person nicht ungewöhnlich gehemmt ist, und die Persönlichkeit wird auch weiterhin durch verschiedene Erlebnisse und Identifikationen beeinflußt. Auch die Reifung, Integrierung und Wirklichkeitsanpassung des Überichs geht im Erwachsenenalter weiter. Die Reifung und Veränderung der Triebe und der affektiven Reaktionen hält das ganze Leben lang an. Die Veränderungen der affektiven Reaktionen im höheren Alter sind zwar wohlbekannt, aber noch nicht analytisch untersucht.
Ich-Faktoren fördern sowohl die Fortentwicklung der Libido als auch die des Überichs. Die Identifikation mit geliebten und ihrerseits liebenden Personen, mit dem Analytiker, der die negative Übertragung duldet, und mit den Eltern, die — wenigstens bis zu einem gewissen Grad — über die Feindseligkeit des Kindes hinwegsehen und sie nicht entsprechend vergelten, bricht den Teufelskreis der Projektion von Sadismus und der Introjektion von Objekten, deren Strafe gefürchtet wird; sie vermindert auf diese Weise Feindseligkeit, Angst und die Unversöhnlichkeit des Überichs und fördert die Fortentwicklung der Libido, die Ausreifung des Überichs und die soziale Anpassung.
Freud betrachtet es als eine der Aufgaben der Analyse, Inhalte des Es dem Ich zugänglich zu machen. Die Förderung von Sublimierungen war immer schon ein wichtiger Aspekt des inneren Reifeprozesses und eines der Ziele der Analyse. Sublimierungen sind Aktivitäten des Ichs; durch die Verschiebung von triebhafter Energie auf diese Aktivitäten wird ‚Es zu Ich“. ‚Es gibt zwei Weg