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Die Ausgangslage sah so aus: die Berichte des inzwischen verstorbenen Verhaltens-und Variationsforschers Alfred Kinsey über das sexuelle Verhalten des „menschlichen Mannes“1 und der „menschlichen Frau“2 haben nicht nur die Fachgelehrten, sondern darüber hinaus weite Kreise unserer Zeitgenossen bewegt. Das ist die eine Tatsache. Die Stellungnahmen zu dem von Kinsey angeschnittenen Problemkreise in den verschiedenen Lagern weisen, variationsstatistisch betrachtet, starke Häufungen an den pro- und contra-Polen auf. Das ist die zweite Tatsache. Beide Grundtatsachen nahmen wir zum Anlaß, die Leser unserer Zeitschrift in die entsprechenden Themen und Probleme einzuführen. In einer ersten Publikation „Die Kinsey-Berichte“3 wurden die Fragestellungen, Methoden und Ergebnisse der beiden genannten Berichte Kinseys dargestellt. In einer zweiten Publikation versuchten wir, die Antithetik der Stellungnahmen pro und contra Kinsey exemplifizierend darzustellen, indem wir unter dem Titel „Aufklärung und Gegenaufklärung in der Sexualanthropologie“4 Positionen von Kinsey selbst als pro-Stellungnahmen, und Positionen von Schelsky als Kontrahenten wiedergaben. Daß wir unser Rahmenthema an der Antithetik dieser beiden Antipoden exemplifizierten, lag an der Tatsache, daß Kinsey sich selbst oft genug als Aufklärer bekannt hat, und daß Schelsky, der zwei größere Schriften gegen Kinsey verfaßte5, sich selbst für eine „Gegenaufklärung“ einsetzte. Während unser erster Beitrag über die Kinsey-Berichte im großen ganzen eine überraschend freundliche Aufnahme bis in die Kreise von Gegnern Kinseys hinein gefunden hat, ist unsere zweite Publikation, die erst kürzer zurückliegt, bisher neben einigen zustimmenden Äußerungen auf die schärfste Ablehnung von Schelsky gestoßen, der sich in dem vorstehenden Artikel dieses Heftes der Psyche unter dem Titel „Verdunkelung oder Gegenaufklärung in der Soziologie der Sexualität; zur Kontroverse Hochheimer — Schelsky“ lebhaft über meine Darstellung seiner Posit