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Der Verfasser vertritt mit besonderem Nachdruck die Forderung, daß in der medizinischen Psychologie lediglich die Kategorien krank — gesund Geltung haben dürfen. Nicht als ob Schultz den Eigenwert der spezifisch menschlichen Sinn-Strukturen nicht sähe. Aber im Bios, wie Schultz ihn auffaßt, haben auch die seelischen Zusammenhänge Platz, soweit sie sich wissenschaftlich erfassen lassen. Keineswegs soll „geistes-wissenschaftlichen“, künstlerischen, religiösen Arten der Zuwendung ihr hoher Wert abgesprochen werden, aber Ziel und Auftrag der medizinischen Psychologie ist dem Autor lediglich „die Beseitigung krankhafter, a- oder antibionomer erworbener organismischer Fehlhaltungen seelischer Bedingtheit“ (Neurosen) (Seite 4). Dabei handelt es sich also um letzte lebensgesetzliche Gegebenheiten, die gewissermaßen „unterhalb“ aller bisher versuchten medizinisch-psychologischen Theorien liegen. So zeichnet der Verfasser Sinnbilder der Grundformen neurotischen „Gehabes“. Diese plastischere, volkstümliche Bezeichnung, worin gleichzeitig die neurotische Unechtheit zum Ausdruck kommt, gebraucht der Verfasser durchweg anstatt der neutralen: „Verhalten“1. Hier erörtert er zunächst Hilfsbegriffe wie: „Realkontakt“ zum Unterschiede vom „Tiefenkontakt“, d. h. echter Wir-Bildung, ferner Leibnähe, Ausdrucksgesamt, Affektivität mit dem immer wieder betonten Gegensatz von seelisch sthenischer und asthenischer Artung, ferner die Beziehung dieser Haltungen zum Selbstwert usw., Erscheinungsbilder, die keineswegs zu den Ergebnissen psycho-genetischer, insbesondere analytischer Forschung im Gegensatz stehen, ja, nur auf dieser Grundlage möglich sind („organisch“ untrennbar verbunden).
In einer kurzen Darstellung der Geschichte der Psychologie gedenkt der Verfasser vor allem der Forscher, bei denen die Einheit des Lebendigen im Mittelpunkt steht. Dabei ist der Gegensatz zwischen den allem Lebendigen immanenten ungerichteten Fundamental-vollzügen (z. B. „Funktionslust“ von K. und Ch. Bühler) un