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Das Buch enthält eine Reihe von Vorträgen, die im März 1955 zur zehnjährigen Gründungsfeier der der New Yorker Columbia Universität angeschlossenen psychoanalytischen Klinik gehalten wurden. Im einzelnen befassen sich die Beiträge mit
der Gründungs- und Entwicklungsgeschichte und dem Aufbau der von S. Rado geleiteten psychoanalytischen Klinik, wobei interessante Einzelheiten über Auswahl der Studenten und Unterrichtspläne zur Sprache kommen, vor allem aber immer wieder der dort herrschende, jedem Dirigismus, jedweder Orthodoxie feindliche Geist betont wird;
Fragen der theoretischen Grundlegung;
der Praxis der Kinder- und Erwachsenentherapie;
der Schizophrenie-Forschung.
Die verschiedenen Arbeiten sollen hier nicht einzeln referiert werden, doch sei auf einige besonders hingewiesen. So auf die interessante Studie David M. Levys über „Entwicklung und psychodynamische Aspekte oppositionellen Verhaltens“. Ausgehend von der biologisch verankerten Schutzfunktion des Organismus, wie sie sich z. B. in den energischen Abwehrbewegungen des schlafenden Säuglings zeigt, wenn versucht wird, zwischen seine Lippen die mütterliche Brustwarze zu schieben, werden die den verschiedenen psychosozialen Entwicklungsstufen zugeordneten Formen oppositionellen Verhaltens untersucht. Zugleich wird ihre Verzahnung mit Aggressivität und Angst beleuchtet. Nach Ansicht des Autors geht dabei meistens nicht die Angst der Opposition voraus, sondern entstünde als Reaktion auf die durch Negativismus ausgelösten Schuldgefühle.
Wichtig erscheinen zwei Artikel, die sich mit der „Pathologie interfamiliärer Beziehungen“ und ihrer Untersuchung befassen. Die Autoren N. W. Ackermann und Irwin M. Marcus wählen nicht den einzelnen Kranken, sondern die Familieneinheit, das „soziale System“ als Ausgangspunkt. Damit wird die Krankheit des Patienten zum Symptom eines gestörten sozialen Systems. Die neurosenpsychologische Forschung kommt hier an den Punkt, den die Seuchenlehre schon erreicht hat, indem sie erkannte,