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Die Arbeit H. Rohrachers ist wohl die modernste und ausführlichste Darstellung dieses Problemkreises, und es empfiehlt sich daher für jeden, der dazu Stellung nehmen will, von ihr auszugehen. Das Ziel jeder Gehirnforschung — soweit sie für den Psychologen von Bedeutung sein soll — muß es sein, physiologische Tatsachen (z. B. Wellen verschiedener Länge) festzustellen, denen Psychisches entspricht. Mancher Psychologe hält es für selbstverständlich, daß dieses Ziel bereits erreicht ist oder die Wissenschaft zumindest ganz nahe daran ist. Wir wollen an Zitaten aus Rohrachers Arbeit zeigen, wieweit diese — übertriebenen — Erwartungen in Erfüllung gingen. Dies soll an Hand der Darstellung von Rohrachers Theorie geschehen, die er selbst in folgendem Satz zusammenfaßt: „Die Erregungsprozesse im Gehirn sind die letzte faßbare Ursache der Bewußtseinsvorgänge“ (S. 151). Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß wir, wie in jeder wissenschaftlichen Forschung, ein gutes Stück weitergekommen sind, wenn wir die Ursache eines Vorganges kennen. Denn so können wir die Wirkung erklären.
„Versucht man, bei diesem dürftigen Wissensstand zu definieren, was eine Erregung ist, so sagt man am besten: wir wissen es nicht“ (S. 34). Wir wissen nur, daß sich elektro-chemische Prozesse dabei abspielen, aber nicht welche. „Solange man über die Entstehung der Erregung so wenig weiß wie gegenwärtig, kann man sich darüber nur sehr allgemeine Vorstellungen machen“ (S. 49). „Die Frage (ob die Erregung in den elektrochemischen Prozessen besteht oder ob sie ein Vorgang eigener Art ist) muß offen gelassen werden“ (S. 45/46). Und die Zusammenfassung: Alles Psychische hängt von Gehirnprozessen ab, diese selbst aber sind in ihrem Wesen unerkennbar (S. 163).
„Gedanken und Gefühle bestehen nicht aus Atomen … ‚ auch nicht aus Erregungsprozessen im Gehirn — sie sind Vorgänge eigener Art, die auf unbekannte Weise aus