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Während viele Untersuchungen der Geriater und Gerontologen von Biographien großer Menschen oder von den Erfahrungen an Insassen von Alters-heimen, also von einer Auslese, ausgehen oder in vorgefaßten Anschauungen wurzeln und so ein „Idealbild“ des Alters zeichnen, das von eigenen Wünschen und Hoffnungen geprägt ist, hat Erich Stern das seelische (und körperliche) Altern des Alltagsmenschen aus der langjährigen Sprechstundenerfah-rung des Arztes beschrieben. Es ist ein Buch ohne Postulate, Programme und Superlative. Seine Ergebnisse sind schlichter, lebensnäher und, wie uns scheint, richtiger als mancher Tagungs-vortrag der letzten Jahre. Es ist, als habe Erich Stern den Lebensbereich des Alters zum ersten Mal im richtigen Maßstab vermessen: Die Veränderungen einzelner Funktionen ebenso wie das Zeiterleben, die Sexualität, die zwischenmenschlichen Beziehungen, die soziologische Lage des alten Menschen, seine Weltanschauung und seine Neurosen. Die Fülle von Erfahrung, die aus jeder Seite spricht, entzieht sich freilich dem kurzen Referat. Aber es eröffnet neue Perspektiven, wenn Stern feststellt, „daß der Extrovertierte die introvertierte, der Introvertierte die extrovertierte Komponente seines Wesens im Alter mehr entwickelt, und daß damit sein ganzes Wesen mehr einem Gleichgewicht zwischen den beiden Tendenzen zustrebt“. Kommt es zu dieser Entwicklung nicht, so können Störungen