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Das Anliegen des Verf. ist, auch für die 12- bis 16jährigen Kinder, die einer reinen Spieltherapie entwachsen, der klassischen Psychoanalyse mit Assoziieren aber noch nicht zugänglich sind, eine Behandlungstechnik zu entwickeln, die ihrer besonderen Altersstufe angemessen ist.
Das kindliche Denken ist magisch, animistisch, prälogisch. Wenn beim Kind an der Grenze der Pubertät diese infantile Erlebens- und Denkweise das rational-logische Denken überwiegt, dann müssen wir uns zum Verständnis dieser Entwicklungshemmung gewissermaßen „regredierend“ auf seine Denkstufe zurückversetzen, um von hier aus das kindliche Erleben erfassen zu können und dem Kind zu einer reiferen Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit zu verhelfen.
Der Verf. schildert, als Anregung zu ähnlichen Versuchen, in anschaulich lebendiger Art, wie er einen 12jährigen Knaben, der in der Schule wegen „Träumens“ Schwierigkeiten hatte, dadurch heilte, daß er ihm die Möglichkeit gab, auf gemeinsamen Spaziergängen sich real — wenn auch im Symbol — mit dem zu beschäftigen, was ihn in seinen Träumen bedrängte und am Lernen hinderte. Er läßt ihn, wie von ungefähr, eine Sandsteinhöhle erforschen, eine Pistole auseinandernehmen, mit Steinen nach Flaschen werfen, Flugzeuge besichtigen. Indem das Unbewußte des Knaben die symbolische Bedeutung seines Tuns erfaßt, ohne daß mit Worten gedeutet wird, gelingt es ihm, sich vom Tabu des Vaters zu lösen, sich mit diesem zu identifizieren und seine kindliche Sexualneugier zu Wissenstrieb zu sublimieren. Eine verbale Deutung könnte das Kind nur oberflächlich intellektuell erreichen, während der unmittelbare Umgang mit Dingen, deren Bedeutung es unbewußt erfaßt, die maßgebenden affektiven Schichten viel tiefer zu berühren vermag. Um solches Geschehen sinnvoll hervorzurufen, muß man jedoch sowohl die infantile Denkweise verstehen wie eine genaue Kenntnis der kindlichen Sexualität und der Triebabläufe besitzen, um jederzeit klar zu wissen, was man tut und warum man es tut.
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