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Für die Genese einer psychosomatischen Erkrankung sehen die Verfasser als wesentlich an:
eine neurotische Kindheitsentwicklung,
eine chronische Beeinflussung bestimmter Organe über das vegetative Nervensystem durch verdrängte Emotionen,
den Erbfaktor,
das Entgegenkommen der Organe im Sinne Adlers.
Bei letzterem spielt neben dem Erbfaktor im psychodynamischen Geschehen auch die Identifikation eine Rolle.
Phasenspezifisch reagiert das Kind auf psychische Traumen im ersten Lebensjahr mit einem Bewegungssturm, im dritten Jahr mit einem Trotz-Stupor, im sechsten Jahr mit Aggressionen, in der Schulzeit mit einem Leistungsabfall und in der Pubertät mit einem Fugue-zustand, d. h., es treten im Laufe der Reifung immer kompliziertere Reaktionsformen auf.
Dabei messen die Verfasser der Libidoentwicklung nach der Freudschen Theorie eine entscheidende Bedeutung bei. Bei der engen Beziehung dieser zu bestimmten Körperorganen treten bei früher Traumatisierung besonders leicht psychosomatische Reaktionen auf. Schon in früher Kindheit können neurotisierende Erlebnisse erfolgen, die über chronisch wirksame verdrängte Emotionen im späteren Alter psychosomatische Krankheiten auslösen. Oft kommt es aber schon in der Kindheit zur Prägung psychosomatischer Reaktionsmuster mit späteren ständigen Wiederholungen dieses ersten Modells.
Äußere Einflüsse seitens des Familien-milieus tragen dazu bei, die Unsicherheit des Kindes in den kritischen Entwick-lungsphasen emotionell zu verdrängen und im Unbewußten zu fixieren. Dies kann schon im Säuglingsalter mit der Frustration des Säuglings beginnen, wie René Spitz dies immer wieder betont.