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Wenn ich davon berichten soll, wie ich eine Technik der psychotherapeutischen Beratung innerhalb der Praxis und der Praxisräume einiger mir bekannter Internisten entwickelte, so muß ich vor allem betonen, daß diese Methode dem Bedürfnis nach solch einer Zusammenarbeit entsprungen ist. Die Umstände ergaben es, daß eine Anzahl von Internisten Interesse für die Psychotherapie zeigte, und daß ich meinerseits genügend Interesse für Innere Medizin hatte, um dieser Aufforderung zur Kontaktaufnahme nachzukommen. Grundlage war der gemeinsame Boden der psychosomatischen Medizin. Aus den Beratungen entwickelte sich eine Zusammenarbeit und ein Verhältnis, das gleichermaßen für den Patienten, den Internisten und den Psychotherapeuten von Nutzen zu sein scheint, und das darzustellen sich daher vielleicht lohnt.
In den Krankenhausverwaltungen hat sich neuerdings eine Tendenz durchgesetzt, möglichst keine psychiatrischen Abteilungen mehr einzurichten, sondern dafür zu sorgen, daß der Psychotherapeut jeweils da arbeitet, wo er gebraucht wird. Er soll also in den allgemeinen Klinikbetrieb eingegliedert werden. Der Wert von psychosomatischen Abteilungen liegt wahrscheinlich mehr auf dem Gebiet der Forschung als der Therapie. Deshalb begannen wir unsere Versuche mit dem Ziel, Innere Medizin und Psychotherapie nicht zu trennen, sondern sie als zwei Faktoren derselben Behandlungssituation wirken zu lassen, die durch eine künstliche Trennung nur zerstört würde.
In der vorliegenden, vorwiegend auf die Praxis bezogenen Untersuchung sollen nicht Fragen nach der Indikation einer psychotherapeutischen Beratung aufgeworfen werden. Der psychologisch interessierte Internist sollte zu Anfang einfach seiner Neugierde folgen. Seine Leitfrage sollte lauten: „Ich möchte wohl wissen, was ein Psychiater zu diesem Fall sagen würde?“ Auf diese Frage wollte ich, soweit das in meinen Kräften steht, eine möglichst befriedigende Antwort geben.