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Im folgenden soll die Psychotherapie eines 21jährigen, an Schizophrenie erkrankten Mädchens dargestellt und dadurch eine Anschauung der Symptomdynamik und der zur Erkrankung führenden Persönlichkeitsentwicklung gewonnen werden. Die Erkrankung, der etwa ein halbes Jahr vorher bereits eine Veränderung der Persönlichkeit vorausgegangen war, begann mit akuten katatonisch-halluzinatorischen Symptomen. Die Behandlung, die im folgenden geschildert werden soll, fing im Januar 1954 an und wurde in den ersten fünf Monaten im Krankenhaus, und weitere sieben Monate ambulatorisch vorgenommen.
Das Bild der Familiengeschichte und des Lebenslaufes der Patientin — wir wollen sie Lene nennen —, welche ich zunächst als chronologisches Ganzes in ihren dynamischen Hauptzügen darzustellen versuche, kristallisierte sich allmählich im Laufe der Behandlung heraus. Die Bedeutung und die Zusammenhänge mancher Erinnerungsfragmente konnten erst in relativ spätem Stadium erkannt werden. Das so erhaltene Lebensbild wurde methodisch anders gewonnen als etwa durch klinische Routineuntersuchungen; es erwuchs allmählich im Laufe der therapeutischen Begegnung. Nur als solches kann es jene inneren dynamischen Zusammenhänge und Wechselwirkungen widerspiegeln, die einerseits den Ausbruch der Krankheit und ihre Erscheinungsformen, andererseits die therapeutische Wirkung verständlich machen. Freilich bleibt das Bild ein lückenhafter Entwurf, der nur einige dynamische Hauptentwicklungslinien zeigt. Dasselbe gilt auch für die Beschreibung der Therapie. Was besonders in solchem Nachbild verblaßt, ist die emotionale Atmosphäre der therapeutischen Begegnung in ihren oft starken Spannungen, die Zeiten von Unsicherheit, Angst und Verzweiflung der Patientin und ihr Miterleben von seiten des Arztes.
Lenes Mutter ist eine Ausländerin aus einer mitteleuropäischen Familie. Das Familienleben charakterisierten Selbstverständlichkeit der Überlieferung, Förmlichkeit im täglichen