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Unzählig wären die Zitate aus Dichtung, Wissenschaft und Umgangssprache, die den Humor als wertvolle, für das Menschsein typische Eigenschaft rühmen. Sie müßten mit dem aristotelischen Begriff des „animal ridens“ beginnen und in immer breiterem Fluß durch die Zeiten heute schon ein Buch füllen. Wir wollen uns mit ihrer Anführung aber nicht aufhalten, sondern als gegeben annehmen, daß allgemeine Übereinstimmung darüber besteht, daß die Fähigkeit zum verstehenden Lächeln und die humorvolle Einstellung zu sich und zur Umgebung dem Menschen sein eigenes Leben leichter macht, ihn liebenswerter erscheinen und Spannungen in zwischenmenschlichen Beziehungen leichter lösen läßt.
Schon aber zeigt sich ein leichtes Zögern — dieser Satz gilt offenbar nur für eine bestimmte Form aus dem Begriffskreis, der mit Humor zu tun hat —, und es läßt sich einigermaßen bezweifeln, ob die Spannungslösung durch den Humor immer die Bezeichnung „ich- und realitätsgerecht“ verdient, wie sie die Psychoanalyse als „gesund und echt“ fordert. Oft wird der Ausweg aus Konfliktsituationen, der mit dem Humor erzielt wird, eine oberflächliche Scheinlösung sein, wie wir es vom neurotischen Symptom her kennen, und keine echte Bereinigung. Wir beginnen daher schon am Anfang unserer Betrachtung zu zweifeln, ob das Rühmen des Humors vom psychoanalytischen Standpunkt, von dem wir in erster Linie ausgehen wollen, immer berechtigt erscheint. Auf dem Wege zu einer Klärung wenden wir uns zuerst den wichtigsten bisherigen Arbeiten zu, bevor wir versuchen, unsere eigene Linie zu verfolgen.
Im Gesamtwerk Sigmund Freuds nehmen die Betrachtungen über den Humor nur einen sehr kleinen Raum ein, aber in dem kaum faßbaren Reichtum