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Die Ansicht, daß projektive Tests psychotherapeutisch wirken können, ist falsch. Tests sind Hilfsmittel der Psychodiagnostik — Hilfsmittel neben anderen solchen — nicht mehr. Daß der Psychodiagnostiker gut daran tut, nicht nur einen allereinzigen Test, vielmehr eine ‚Test-Batterie‘ zu verwenden, um ihre Resultate zu'vergleichen, zu verifizieren und Fehlerquellen so weit als möglich auszuschalten, habe ich oft gefordert und begründet. Selbst dann, wenn es sich zeigt, daß die Ergebnisse der verschiedenen Tests miteinander genau übereinstimmen, und daß sich diese Erscheinung in verschiedenen Fällen wiederholt, dürfen wir uns nicht dazu verleiten lassen, nur einen allereinzigen anzuwenden. Denn wir sind nie völlig sicher, daß sich bei einer neuen Versuchsperson, bei der wir etliche Tests anwenden, nicht Differenzen zeigen könnten — und sehen wir solche, müssen wir uns fragen, aus was für Gründen sie entstanden, was sie psychodiagnostisch bedeuten. Meist erlaubt das Verwenden mehrerer Tests ein genaueres Abwägen, ein präziseres Auswerten der Resultate.
Wir arbeiten mit den Tests nicht aus Heilungsabsichten, sondern aus psychodiagnostischen. Aber in der Regel treiben wir Psychodiagnostik darum, um den Probanden allerhand Ratschläge zu erteilen. In den seltensten Fällen suchen sie den praktizierenden Psychologen nur darum auf, um sich von ihm psychodiagnostisch untersuchen zu lassen; sie leiden an irgendeiner Störung, von der ihr Arzt ausgesagt hat, sie sei nicht körperlich verursacht, vielmehr psychogen. Nun möchten sie beraten werden, was sie gegen ihre Störung unternehmen müssen, um davon befreit zu werden.
Es dürfte einleuchten, daß solche Ratschläge viel adäquater gegeben werden können, wenn der Ratgeber (Erziehungshelfer — Psychagoge — Behandelnder Psychologe — Psychotherapeut) sich auf eine genaue Kenntnis des Hilfesuchenden stützen kann, die er sich mit dem Mittel der Tests erwarb.
Wenn sich jemand nur als Psychodiagnostiker ausgebildet hat, ist er kaum imstande, Rat