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Redaktionelle Vorbemerkung:
Am 22. September wurde auf dem 59. deutschen Árztetag in Münster beschlossen, den Zusatztitel „Psychotherapie“ für Árzte, die eine Weiterbildung nachzuweisen vermögen, in die Berufs- und Facharztordnung aufzunehmen. Die Definition dessen, was als „Weiterbildung“ zu gelten hat, steht noch aus und wird Gegenstand von Beratungen sein. In diesem Augenblick scheint es zweckmäßig, sich auf die Situation der Psychoanalyse im Verhältnis zur übrigen medizinischen Forschung zu besinnen. Dies geschieht in vorbildlich klarer und offener Weise in dem folgenden Beitrag Dr. Waelders. Er klärt darüber auf, daß auch in den Vereinigten Staaten, in denen eine so breite Entfaltung der psychoanalytischen Forschung und Praxis stattgefunden hat, eine eigentlich verständnisvolle Aufnahme in die verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen noch aussteht. Die Ausführungen Dr. Waelders scheinen uns auch für unser Land Beachtung zu beanspruchen, denn sie umreißen eine Situation, die sich überall dort ergibt, wo Psychoanalyse in das bestehende Gefüge der ärztlichen Tätigkeit einbezogen werden soll. Sie wird dabei ihre Grundannahmen nicht um den Preis der Institutionalisierung aufgeben oder nur abschwächen können, wenn sie nicht sich selbst aufgeben will. Es scheint vielmehr an der Zeit zu sein, die Institutionen nach den Erfordernissen der Ergebnisse zu verändern, welche in mehr als einem halben Jahrhundert von der Psychoanalyse erarbeitet wurden.