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Es ist keine leichte Aufgabe, dieses Buch zu rezensieren. Der Autor analysiert mit peinlichster Sorgfalt und Genauigkeit die einzelnen Komponenten unseres integrierten, zielgerichteten Benehmens. In diesem Bande wird der integrative Vorgang, wie er sich in Träumen äußert, untersucht, meistens an Hand von Träumen aus der in der Rezension des ersten Bandes1 erwähnten Krankengeschichte. Jeder Traum läßt mehrere Deutungen zu, sein Sinn ist überdeterminiert. Jedoch stehen alle richtigen Deutungen eines Traumes in enger Beziehung zueinander, sie lassen sich nämlich in eine streng logische Struktur einreihen. French nennt diese logische Struktur die Erkennungsstruktur (cognitive structure) des Traumes. Ein Traum hat zwar mehrfachen Sinn, aber nur eine Erkennungsstruktur, von welcher alle einzelnen Sinnbezüge Teile sind. Ist die Rekonstruktion der Erkennungsstruktur eines Traumes richtig, so muß sie auch genau zur Erkennungsstruktur, die den Gedanken und dem Benehmen des Individuums im Wachleben innewohnt, passen. In diesem Bande nimmt sich der Autor vor, zu illustrieren, wie man die Erkennungsstruktur eines Traumes rekonstruiert und wie man diese Rekonstruktion nachprüft. Ferner will er untersuchen, wie die Erkennungsstrukturen verschiedener Träume desselben Menschen aufeinander bezogen sind. Diese beiden Untersuchungsgegenstände sind miteinander verflochten.
Freud hat gezeigt, daß die Traumarbeit mit den latenten Traumgedanken, die zum psychischen Primärvorgange gehören, unter vollkommener Vernachlässigung logischer Zusammenhänge umgeht. Sollten nun die Träume doch eine logische Struktur aufweisen, so wird diese nicht von der Art des rationalen, in Worte gekleideten Denkens sein. Sie wird vielmehr jener Art des Erkennens gleichen, die unserem, nicht in Worte ausgedrückten Benehmen im Wachleben innewohnt. Das Kind in seiner Spieltätigkeit und der Erwachsene in seiner Konstruktionsarbeit setzen sich Ziele, zu deren Erreichung eine nicht sprachlich begriffene Phantasie, respe