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Mit der vorliegenden Arbeit gibt Häfner einen Beitrag zu jenen Bemühungen, die auf eine „anthropologische“, die biologisch-medizinischen Aspekte überwindende Interpretation der Neurose und ihrer Therapie abzielen. Man könnte statt dessen auch sagen, es gehe um die Klärung der in den Neurosen enthaltenen geistig-religiösen Wertproblematik, deren Erörterung notwendig zum Einbezug der gegenwärtigen geistigen Situation zwingt. Demgemäß sieht der Verfasser den neurosekranken Menschen auf dem Hintergrund des Verlustes der „kollektiven Entlastungssysteme“, der sich vor allem in den unterschiedlichen sog. Ich-Entlastungen („Gehäusen“) manifestiert, die sich ihrerseits um die vier zentralen Themen der erfahrenen Schuld, der Einsamkeit, der Sinnlosigkeit und des Todes gruppieren. Sie alle drängen sich in der existentiellen Angst auf, die sich in den neurotischen Ängsten verbirgt. Da nun der Entbergung aus den kollektiven Ordnungssystemen ein wachsendes Individualbewußtsein des einzelnen Menschen parallel geht, knüpft sich daran auch eine Ausweitung der Entscheidungs- und Schuldmöglichkeiten und damit eine Steigerung der Angst. Ihnen versucht das neurotische Individuum ich-entlastend mit „subjektiven Wertentwürfen“ zu begegnen, die eine Einbuße an Freiheit und Seinsmöglichkeiten mit sich bringen und zuletzt scheitern müssen. Der existentiellen Angst erweist sich nur ein „personaler Wertentwurf“ gewachsen, der das endliche Ich transzendiert. „Wie die Angst vor der Sinnlosigkeit, so kann auch die Todesangst nur im Akt des Glaubens an einen jenseits der raum-zeitlichen Existenz seienden personalen Gott überwunden werden. Von einer solchen gläubigen Einstellung her erscheint der Tod durchaus sinnvoll.“ Der zweite Teil der Arbeit enthalt vor allem eine eingehende subtile Diskussion der Gewissensproblematik, zumal im Hinblick auf deren Bedeutung für die psychotherapeutische Zielsetzung. Personales, eine „innere Ordnung“ vertretendes, also autonomes und autoritäres, vom Kleinkind von