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Verfasser legt in seinem Buch Tagebuchauszüge von zwölf jungen Menschen im Alter von 9 bis 23 Jahren vor. An Hand
dieser Tagebücher gibt Verfasser einen Überblick über die Entwicklungsphasen bei Kindern und Jugendlichen.
Sosehr jede dokumentarische Veröffentlichung zu unserem Wissen um die Problematik der Reifezeit beitragen kann, erlaubt doch die relativ einseitige Auswahl, die überwiegend Mädchen des Mittel- und Bürgerstandes der Ost-Schweiz betrifft, kein allgemeingültiges Urteil über unsere heutige Jugend. Dies ist um so bedauernswerter, als zweifellos Kriegs- und Nachkriegszeit einen wesentlich prägenden Einfluß auf ihre seelische Entwicklung nahmen. Neben einer tieferen analytischen Durchdringung des Tagebuchmaterials vermißt man eine Stellungnahme zum Accelerationsproblem mit seiner Auswirkung auf die Entwicklungsdisharmonie des Jugendlichen.
Die kaleidoskopartig aneinandergereihten Tagebuchstellen der Kinder vermitteln wohl gute Querschnittsbilder der jeweiligen Entwicklungsphasen, doch liegt der persönliche Wert eines Tagebuches zweifellos gerade im Längsschnitt, der die Daseinsentfaltung des jungen Menschen zeigen kann. Das ist es, was den klassischen Tagebuchveröffentlichungen („Tagebuch eines halbwüchsigen Mädchens“, „Tagebuch der Anne Frank“ u. a.) ihren faszinierenden Reiz verleiht. So bleiben die Bilder, die wir von den jungen Menschen selbst erhalten, relativ farblos.
Im ganzen betrachtet, hält sich die Veröffentlichung mit ihren Ergebnissen im Rahmen der seit den klassischen kinderpsychologischen Arbeiten bekanntgewordenen Tatsachen über Reifungskrisen junger Menschen.