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Verfasserin zeigt in ihrer Arbeit, daß Kinder mit Dickdarmanomalien und funktionellen Dickdarmstörungen spezifische Besonderheiten ihrer psychischen Struktur und Entwicklung aufweisen. Bodian und Swenson haben drei Formen der Megacolonbildung differenziert: 1. das congenitale, aganglionäre Megacolon (die echte Hirschsprungsche Krankheit); 2. das symptomatische Megacolon; 3. das idiopathische Megacolon. In allen Fällen steht klinisch das Symptom der Obstipation im Vordergrund.
Da diese beim congenitalen Megacolon von Geburt an vorhanden ist, entwickeln sich früh Trinkschwierigkeiten, Appetitlosigkeit und schlechtes Gedeihen mit nachfolgender Wachstumsverzögerung. Die fehlende Peristaltik des untersten Darmabschnittes beruht beim Hirschsprung auf dem Fehlen der intramuralen Ganglienzellgruppen, welches eine Hypertrophie und Dilatation des Dickdarmes oberhalb dieser relativen Stenose auslöst. Mit der Resektion des aganglionären Endstückes wird eine weitgehende Normalisierung der gestörten Darmfunktion erreicht. Selten ist das symptomatische Megacolon eine Folge strukturierender oder stenosierender Prozesse im Enddarm. Häufiger findet sich dagegen im Kindesalter das idiopathische Megacolon, welches ohne organische Ursache, meist als Ergebnis falscher Stuhlgewohnheiten entsteht. Dabei reicht die Dilatation des Enddarmes bis zum Anus.
Der Nachweis psychischer Faktoren bei der Entstehung des idiopathischen Megacolons sowie psychotherapeutische Erfolge weisen auf die Psychogenese dieser oft im Wechsel mit Durchfällen und Stuhlinkontinenz auftretenden Störung der Darmentleerung hin.
Den katamnestischen Untersuchungen wurden 80 Krankengeschichten des Züricher Kinderspitals aus den Jahren 1920-1953 zugrunde gelegt. Von den 33 nachuntersuchten Fällen waren 24 Träger eines Megacolon congenitum.