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Talcott Parsons, gegenwärtig Professor der Soziologie an der Harvard Universität, nennt dieses Buch ein Essay über die Theorie sozialer Systeme. Damit soll der hypothetische, unabgeschlossene Charakter des Werkes angedeutet werden. Trotz dieser Einschränkung stellt es einen der bisher großartigsten Versuche dar, die Dynamik sozialen Verhaltens auf Grund einer systematischen Analyse durchsichtig zu machen.
Die Fragestellung des Werkes knüpft an erschienene Arbeit „The Structure of Social Action“ an. Darin versuchte Parsons die gemeinsame Grundposition in den großen systematischen Entwürfen von Dürkheim, Pareto und Max Weber aufzuzeigen. Er wies überzeugend nach, daß diese Autoren bei aller Verschiedenheit der Terminologie einen homologen Bezugsrahmen für das Verständnis komplexer menschlicher Handlungen gefunden hatten. Das war die Erkenntnis, daß diese Handlungen durch Institutionen kontrolliert werden. Institutionen in diesem Sinne sind die vom einzelnen verinnerlichten Werte, Glaubenssysteme und Verhaltensnormen der jeweiligen Gesellschaft. Sie variieren von Gesellschaft zu Gesellschaft, sind aber auch innerhalb einer gegebenen Gesellschaft