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Dies australische Buch faßt die Ergebnisse von vier größeren empirischen Untersuchungen aus den Jahren 1947 bis 1950 zusammen. Kernstück ist ein von der Unesco finanzierter Forschungsauftrag, das „Tensions Project“, das auch in Indien, Frankreich und Schweden lief. Die unabhängig voneinander erarbeiteten Studien sollten einmal Lebensweise und Lebensstil in verschiedenen Gemeinden schildern und die Ursachen sozialer Spannungen aufdecken, zum andern die gutgläubige Hypothese testen, „daß Kriege in den Herzen (minds) der Menschen beginnen“. Ein Team von Psychologen: Professoren, Assistenten und Studenten des Psychology Department an der Universität Melbourne, übernahm das australische Projekt. Es entstand eine Studie, die eher soziologisch als psychologisch akzentuiert ist. Die soziologischen Begriffe und Hypothesen sind präziser formuliert, besser durchdacht als etwa das zentrale, vage bleibende Konzept der „Persönlichkeit“.
Obwohl also eine Gemeindestudie beabsichtigt war, gehört die australische nicht in die Kategorie jener Untersuchungen, denen es auf möglichst umfassende Deskription eines Gemeinwesens ankommt. Statt eine Art soziologischer Photographie von Melbourne, dem Ort der Handlung, zu geben, beschränken sich die Autoren auf einige ausgewählte soziale Probleme und Gruppen, die für die australische Gesellschaft von heute besonders relevant sind. Sie wollen Verhaltensweisen und Meinungen von Stadtbewohnern aus der Gruppenzugehörigkeit, aus Gruppenideologien und -konflikten erklären. Merkwürdigerweise sehen die Psychologen aber davon ab, den Einfluß der gesellschaftlichen Umwelt auf die „Charakterstruktur“ des Individuums systematisch zu analysieren. Es bleibt bei bescheidenen Ansätzen, und die Frage, wie denn nun verschiedene, von Klasse zu Klasse variierende äußere Bedingungen für die Entstehung von Eigenarten bei Kindern und Erwachsenen verantwortlich sind, wird häufiger gestellt als beantwortet.
Methodisch bieten die Australier wenig Neues, dafür aber um so s