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Das von Elfriede Höhn vorgelegte Büchlein mit dem recht anspruchsvollen Titel „Kind und Gesellschaft“, das erste der „Quellenhefte für die soziale Ausbildung“, enthält eine Sammlung von verschiedenartigen Texten, die unter der lobenswerten Absicht zusammengestellt worden sind, der deutschen Jugendpsychologie
an Beispielen zu demonstrieren, daß die Erforschung der kindlichen Entwicklung notwendig Stückwerk bleiben muß, wenn man die Momente, die das Entwicklungsgeschehen bestimmen, vorwiegend in der psychologischen und biologischen Struktur der einzelnen Person sucht. Die ausgewählten Beiträge—neben Forschungsberichten und Aufsätzen handelt es sich auch um eine Reihe von literarischen Beispielen—haben daher „die Formung des heranwachsenden Kindes durch die Gesellschaft, in die es hineingeboren, die Kultur, in deren Tradition es erzogen wird“, zum gemeinsamen Gegenstand.
Im ersten Teil der Schrift, der sich mit dem Kind in außerchristlichen Kulturen befaßt, wird an Hand von Beschreibungen der Situation des Jugendlichen in Samoa, Melanesien sowie im alten und im modernen China gezeigt, welche ganz anderen Entwicklungsprobleme der Forscher entdeckt, wenn er Völker aufsucht, deren Gesellschaftsformen von den europäischen verschieden sind. So scheint etwa der für uns wohl markanteste Einschnitt der psychischen Entwicklung, der Beginn der Pubertät, bei den Südseestämmen ganz zu fehlen. Im zweiten Teil des Heftes, er behandelt den Wandel der kindlichen Entwicklung in Europa, steht das Verhältnis zwischen den Generationen und dessen Veränderung im Laufe der letzten zwei Jahrhunderte im Vordergrund. Die Beispiele umfassen die Erziehungssituation im puritanischen England, in der patriarchalischen Familie des 19. Jahrhunderts und in Familien der Jahre vor dem ersten Weltkrieg. Zwei Beiträge befassen sich mit der Nachkriegsjugend. Schließlich wird in einem dritten Teil über die Formen kindlichen Daseins unter verschiedenen sozialen Verhältnissen innerhalb derselben—nämlich unser