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Der Verfasser, gebürtiger Berliner, von 1936 bis 1955 Leiter des Forschungsinstituts für geistige Entwicklungsstörungen in Boston, doziert jetzt Psychiatrie an der theologischen Fakultät den Universität Boston. Man sieht, die“ Staaten“ erkennen, genauso wie Deutschland, daß Arzt und Seelsorger miteinander ins Gespräch kommen müssen, wenn der Mensch von heute im Gesamt seiner Bedrängnisse erreicht werden soll.
Leider muß verneint werden, daß dieses Buch einen förderlichen Beitrag zu dieser Gemeinschaftsarbeit leistet. Was der Autor über den Menschen sagt, ist unwesentlich und bleibt erheblich unter dem Stand der Anthropologie, wie sie sich seit 1945 entwickelt hat. So ist sich (um ein Beispiel zu nehmen) Benda zwar darüber im klaren, daß der menschliche Personkern ein Etwas jenseits alles Nur - Psychischen ist; aber er weiß diese kardinale These nicht fruchtbar zu machen.
Gelungen erscheint uns jener Abschnitt, in dem er erhebliche Teile von Freuds Metapsychologie als die unkritische Metaphysik dieses genialen Mannes aufweist, obwohl auch hier für alle mit dem Stoff Vertrauten nichts Neues gesagt wird. Man erwartet an dieser Stelle vergeblich, daß Benda nicht summarisch, sondern konkret aufweist, was alles an Methodischem wie an sachlichen Funden Freud zu verdanken ist und zum bleibenden Wissensgut über den Menschen für immer gehören wird.
Oft und viel ist von Religion die Rede, und zwar im Detail; wohl mehr, als einem Hindu, einem Buddhisten oder dem Angehörigen einer christlichen Kirche in dieser Form erwünscht sein mag: weil der Verfasser jegliche Religion nur von einem Standort „draußen“ sieht, sie aber in dem vorliegenden Buch keineswegs vollzieht. Von seinem Thema „Der Mensch im Zeitalter der Lieblosigkeit“ handelt lediglich eine halbe Druckseite, die letzte, und auch sie nur in klischeehaften Wendungen. Die voraufgegangenen 349 Seiten und dieser Abschluß stehen in keinerlei organischer Verbindung miteinander.