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Die Kultur des Westens stellt ein merkwürdiges Paradox dar. Der Mensch der westlichen Lebenskreise beteuert, zur geistigen Welt zu gehören—und gleichzeitig schafft er den größten materiellen Wohlstand, den die Geschichte jemals gesehen hat. Er scheint weniger über die physikalische Natur seiner Umwelt, als über seine eigene menschliche Existenz in Verwirrung geraten zu sein.
Wir beginnen mehr und mehr über den
Menschen zu wissen, und könnten uns allmählich ein ganz gutes Bild von ihm machen, von seiner Natur, seinen Bedürfnissen, seinem Platz in der Welt. Aber wir ziehen es vor, unwissend zu bleiben. Die Kenntnis vom Menschen ist immer noch tabu. Alle sozialen Wissenschaften zielen nach Zusammenarbeit; alle Menschen sind sich im wesentlichen ähnlich: weder Affen noch Engel.
Weston La Barre befürwortet eine naturalistische Betrachtungsweise. Er versucht mit großem Wissen und umfassender Kenntnis Biologie, Anthropologie, Ethnologie und Soziologie zu vereinigen. Alles das wird mit Hilfe der psychoanalytischen Psychologie zusammengefaßt. Zu Beginn gibt der Autor einen Abriß der Entwicklungsgeschichte; die Einmaligkeit des Menschen wird in seinem Auf-den-Füßen-Stehen und Zwei-Hände-haben gesehen; die menschliche Mutterschaft wird in ihrer Besonderheit dargestellt und die biologische Verkindlichung des jungen Menschen in überzeugenden Zusammenhang mit der Einrichtung der stabilen Vaterschaft gebracht. La Barre findet originelle, anregende, vielleicht sogar bahnbrechende Formulierungen und Gedanken.—Eine Untersuchung der Sprache als fundamentales symbolisches System der Kultur führt zu einer Darstellung der Freud schen Psychosexualität. Das Kapitel über Glauben und Ansichten des Menschen über sich selbst in der Frühzeit der Geschichte zeigt mit erschreckender Klarheit, wie, warum und in welchem Ausmaß der Mensch, dieses Symbole verwendende Tier, schicksalschwere Fehler in der Kenntnis und Erkenntnis der Wirklichkeit in der Natur und in sich selbst begehen kann.
Das urspüngl