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Nach seiner vorzüglichen Instinktlehre ist nun auch Tinbergens „Social Behaviour in Animals“ von Otto Koehler (Freiburg i. Br.) trefflich ins Deutsche übertragen worden. Während der Oxforder Instinktforscher die Auffassung vertritt, daß es einen eigenen Sozialinstinkt nicht gebe, sondern daß jeder Einzelzug sozialen Verhaltens irgendeinem anderen Instinkt angehöre, der einen ganz anderen Namen trägt, stellt
Koehler in seinem Vorwort des Übersetzers im Hinblick auf gewisse Verhaltensweisen bei Insekten die Frage, ob es nicht doch einen Geselligkeitstrieb gebe. Gerade die Insekten und deren hochspezialisierte Staatenbildungen hat Tinbergen mit Absicht nur gestreift, indem er auf die über diesen Gegenstand bereits vorhandenen ausgezeichneten Spezialwerke verweist.
Es war ausdrücklich nicht die Absicht Tinbergens, auf den knapp 150 Seiten eine erschöpfende Darstellung des sozialen Verhaltens zu bieten, vielmehr ging es ihm darum, die Hauptfragen klar zu formulieren, nämlich die nach der Leistung, den Ursachen und der Stammesgeschichte der sozialen Verhaltensweisen. Sein Rezept besteht darin, in diesem Forschungsfeld stets mit der exakten Beschreibung zu beginnen, dann qualitativ, anschließend quantitativ zu analysieren und endlich die Ergebnisse der Analysen wieder zum Ganzen zusammenzudenken.
Der Einleitung folgen sieben Kapitel, nämlich über Paarungsverhalten, Familie und Gruppe, Kampf, Analyse sozialer Zusammenarbeit, Beziehungen zwischen verschiedenen Arten, die Entwicklung sozialer Organisationen und über stammesgeschichtliche Betrachtungen.—Den Schluß des vorzüglich illustrierten, konzentrierten Buches bilden einige Ratschläge für tiersoziologische Arbeit, ein 184 Nummern umfassendes Schriftenverzeichnis, Autoren- und Sachverzeichnis.
Zu den Lieblingsobjekten des Autors gehören Stichling, Möwe und Samtfalter. Die Analysen des Balzverhaltens des Stichlings ist von ihm bis in die kleinsten Einzelheiten vorgetrieben worden, dabei stellte es sich heraus, daß z. B. der