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Eine Untersuchung über die Vorstellungen, die Freud über die Entstehung psychogener Körpersymptome entwickelt hat, sieht sich vor der Schwierigkeit, dieselben aus dem großen Komplex seiner Einsichten über Symptomentstehung herauszulösen. Dabei besteht die Gefahr, daß Zusammenhänge verlorengehen, ohne die das Einzelne unverständlich wird. Oder aber dem Autor droht das Schicksal, daß seine Funktion als Referierender sich mit der des Interpreten unmerklich vermischt. Die Ursache dieser Schwierigkeiten liegt erstens darin, daß Freud selber — von Ausnahmen abgesehen — vor allen die psychologische Seite der Symptomentstehung untersuchte, und zweitens, daß er sich Exkurse in den Bereich der körperlichen Erkrankung bewußt verbot. Dabei ist ihm das Leib-Seele-Problem, wie A. Strauss (10) kürzlich zusammenfassend geschildert hat, ein dauerndes Anliegen gewesen. Die Bedeutung der Psychoanalyse für das Studium der Beziehung zwischen Leib und Seele hat er wiederholt ausgesprochen, z. B.: „die Psychoanalyse erlaubt Einsichten in die Zusammenhänge zwischen Seele und Leiblichem“ (Bd. XIII, S. 2251) oder: „Die Psychoanalyse vergißt niemals, daß das Seelische auf dem Organischen ruht, wenngleich ihre Arbeit es nur bis zu diesen Grundlagen und nicht darüber hinaus verfolgen kann“ (Bd. VIII, S. 101). Freud, der nie Organkranke behandelt hat, verzichtet bewußt darauf, „die Grenze soweit ins Gebiet der physiologischen Forschung zu überschreiten“ (Bd. X, S. 150). So kommt es auch, daß er lange Zeit die Psychoanalyse als therapeutisches Verfahren nur bei Psychoneurosen (Bd. X, S. 225) und „allen somatischen Ausprägungen der Hysterie“ (Bd. V, S. 9) für indiziert hielt. Die ersten Bemühungen von Schülern (Jeliffe, Groddeck, Deutsch, Garma u. a.), die Psychoanalyse auf Organkrankheiten anzuwenden, erwähnt er ohne persönliche Stellungnahme (Bd. X, S. 225). Aus dem Jahre 1932 jedoch liegt uns eine Briefstelle vor, in der er an Viktor von Weizsäcker schreibt: „Wir sind auf die psychogenen Faktor