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Der Autor beginnt mit der Frage nach den philosophisch-prinzipiellen Voraussetzungen, die den Hauptkonzeptionen der heutigen Tiefenpsychologie zugrunde liegen. Der Hintergrund, auf dem sich der auch in der Gegenwart noch nicht abgeschlossene Gestaltwandel der Psychologie vollziehe, könne nur durch eine Besinnung auf seine geistesgeschichtlichen Voraussetzungen erhellt werden. Diese Besinnung verteilt sich auf zwei fast gleich große Anteile des Buches: im ersten die Erhellung der „Psychologie im Kraftfeld der Theorien von Sigmund Freud und Alfred Adler“, im zweiten die der „Psychologie im Kraftfeld der Ideen C. G. Jungs“.
Die Einleitung breitet ein geistesgeschichtliches Panorama aus. Sehr eindringlich werden Naturalismus, Positivismus, Materialismus als Hintergrund der Freudschen Lehre beschworen: Das „breite Hereinfluten exakt-naturwissenschaftlicher Betrachtungsweisen“ (Seite 10), das Kausaldenken, die Elementaranalyse, das Experiment, das Zurückführen des „qualitativen Wesens“ der Erscheinungen auf das zählund meßbare Quantitative (11, 12). Es wird von einer „ans Vorbild der exakten Wissenschaften sich klammernden Psychologie“ gesprochen, die auf einer nicht tragfähigen anthropologischen Basis stehe. Die „naturwissenschaftlich-exakten Forschungsmethoden“ ordnen die Einzelfälle unter die „Formeln für das Gesetzmäßig-Regelhafte“. Ein prinzipiell verwandtes Phänomen liege dort vor, wo sich die Betrachtung auf den Typus des Menschen richte, der die Möglichkeit oder die Fähigkeit verloren habe, als unverwechselbare eigene Individualität zu existieren, der nicht sein eigenes Leben lebt, sondern nur Anwendungsfall der jeweiligen Gruppengesetzlichkeit sei oder der statistischen Regel gehorche (14).
In anderem Zusammenhang wird von der „Methode der Unterwerfung der beobachteten Erscheinungen unter mathematisch formulierte Naturgesetze“ gesprochen. Wolle der Denkende und Erkennende das Lebendige und Beseelte