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Das von Eugen Bleuler geschaffene, seit der 7. Auflage 1942 von Manfred Bleuler besorgte vorzügliche Lehrbuch der Psychiatrie liegt seit Herbst 1955 in der neunten Auflage vor. Es spiegelt in seinen Auflagen bereits ein Stück Geschichte der Psychiatrie wieder. Es wirkt darin um so zuverlässiger, als es von Anfang an sich zu dem Grundsatz bekannte, die Seelenheilkunde im Zusammenhang mit der allgemeinen Klinik und der körperlichen Heilkunde einerseits und einem dem Gegenstand adäquaten und für den Arzt brauchbaren Horizont psychologischen Wissens andererseits darzustellen, und dies in einer kritisch besonnenen, eher konservativen und doch dem Neuen offenen Sichtung unserer Erkenntnis.
Von der 1. Auflage an suchte E. Bleuler, der dem Aufbau seines Lehrbuches die Kraepelinsdie Systematik zugrunde legte, dem Dilemma einer einseitig statisch oder dynamisch orientierten Psychiatrie zu entgehen, indem er die psychodynamische Betrachtungsweise in sein Lehrbuch mit hineinnahm, vor allem in den Abschnitt über Neurosen und Schizophrenie. Er war der erste klinische Lehrer, der Freuds Psychoanalyse in seine Betrachtungsweise aufnahm, so daß das psychotherapeutische Anliegen in einer tiefenpsychologischen Sicht in diesem Lehrbuch immer vertreten gewesen ist.
Die letzte Auflage dieses Lehrbuches ist für den Tiefenpsychologen gerade dadurch so wertvoll, daß M. Bleuler sich mit dieser Problematik sehr eindringlieh