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Eine monographische Darstellung der Verwirrtheitszustände, die im wesentlichen den exogenen Reaktionstypen zugehören, entsprach sicher einem in der Psychiatrie allgemein gefühlten Bedürfnis. In zehn Kapiteln, die vom aufschlußreichen historischen Rückblick ausgehend über Ätiologie, klinischem Verlauf, pathologische Anatomie und Physiologie bis zur Therapie reichen, wird ein gründlicher Überblick über den derzeitigen Forschungsstand gegeben. Im Grunde erfährt der Leser dabei wieder einmal — und beim Studium der bekannten Sammelreferate zur Schizophrenieforschung von M. Bleuler, G. Benedetti und Mitarbeitern ist es nicht anders —, daß wir über das, was man Psychose zu nennen übereingekommen ist, „multa“ aber nicht „multum“ wissen. Freilich liegt das an dem der Psychiatrie a priori innewohnenden doppelten Aspekt: Hie Somatik, dort Psychik. Den Verff. ist es nun gelungen, bei der Erörterung der Nosographie der Verwirrtheitszustände in reizvoller Weise deutlich zu machen, wie dieser Gegensatz bis in die jüngste Zeit die verschiedenen Autoren bei ihren klassifikatorischen Versuchen der Syndrome bewegte und daß eine befriedigende Synthese bis heute aussteht. Die Autoren selbst plädieren für eine sogenannte strukturelle Einteilung (Seite 162), worunter sie eine, wie uns scheint, weiter abklärungsbedürftige Verbindung zwischen somatischen und psychischen Zeichen verstehen. Das Grundkriterium für die Diagnose eines Verwirrtheitszustandes sehen sie nicht mehr in der Bewußtseinsstörung schlechthin, sondern in einer „qualifizierten Bewußtseinsänderung“, einer Auflösung des Bewußtseins, bei der sowohl Lucidität wie Feldbreite beeinträchtigt sind. Die Veränderung beider Parameter bewirke eine Zerstörung der Assocziations- und Organisationsbande des Bewußtseins (Seite 164) im Sinne von Mayer-Groß.
Von diesem gleichsam ein Symptom ersten Ranges darstellenden Kriterium ausgehend, gelangen die Verff. zu zwei vor allen nach ihrem klinischen Verlauf unterscheidbaren Formen der Verwirrthe