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Holzschuhers „Psychologische Grundlagen der Werbung“ liest man mit gemischten Gefühlen. Einerseits finden sich in dem hervorragend ausgestatteten Buch eine Fülle guter Beispiele und Illustrationen, viele treffende Überlegungen und eigene Gedanken. Auf der anderen Seite wird ein wissenschaftlicher Erklärungsversuch angeboten, der heute allzu einfach erscheint.
Der Verfasser geht davon aus, daß dem Menschen gar nicht klar bewußt ist, daß die Werbung ihn in einer Richtung beeinflußt, die nicht mit seinen rationalen Überlegungen konform geht. Das ist zweifellos richtig. Holzschuhers Erklärungsprinzip dafür: „Hinter allem steht die Primitivperson“.
In dieser Primitivperson hat sich aber viel zu viel verdichtet; sie soll die verschiedenartigsten Tatbestände und Begründungen, gestaltpsychologische, schichtenpsychologische und tiefenpsychologische Mechanismen und Zusammenhänge verantworten. Von den Differenzierungen der Schichtenlehre und der Tiefenpsychologie bleibt dabei theoretisch letztlich nur ein Homunkulus übrig, auf dessen Tätigkeit die einzelnen Erscheinungen immer wieder zurückgeführt werden, ein „All-Es“ (Rank), das selbst die optischen Täuschungen durch seine „Fehlschlüsse“ verschuldet. Damit torpediert Holzschuher aber selbst seine angestrebte Tiefenpsychologie der Werbung am laufenden Band.
Denn erst, wenn man sich das Störungselement „Primitivperson“ klargemacht hat und es ausklammert, kann man mit steigendem Interesse die berichteten Tatbestände lesen, die gut über den gegenwärtigen Stand der Werbepsychologie