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Mit dieser kleinen Schrift will Verf. zu einem besseren Verständnis schwieriger Kinder beitragen, indem sie versucht, die Ursachen und Erscheinungsweisen frechen Verhaltens aufzuzeigen.
Für den tiefenpsychologisch geschulten Leser bringt das Buch keine neuen Gesichtspunkte, demjenigen aber, der keine genauere Kenntnis der tiefenseelischen Dynamik besitzt und mit Kindern zu tun hat, kann die allgemeinverständliche, klare Darstellung nützlich sein.
„Frech“ wird nicht als Charaktereigenschaft, sondern in Anlehnung an Hanselmann als „Symptom für einen seelischen Gesamtzustand“ verstanden. Das zentrale Problem dieser Untersuchung also ist die Frage, „aus welchem seelischen Notzustand freches Verhalten einen Ausweg darstellt“.
In einem ersten theoretischen Teil interpretiert Verf. freches Verhalten im Sinne Binswangers als eine „Weise der mitweltlichen Begegnung und Auseinandersetzung“. Freches Verhalten manifestiere sich immer nur in zeitlich eng begrenzten Situationen zwischen Personen, die in einem bestimmten Rollenverhältnis zueinander ständen, in dem jeder Partner seine Stellung behaupten wolle.
Um zunächst den Bedeutungsgehalt des Wortes „frech“ abzuklären, scheidet Verf. die expansiven Tendenzen, wie die zielstrebige Selbstbehauptung ohne feindseligen Charakter, von den im engeren Sinne aggressiv-feindlichen. Erst diese letzteren äußern sich als freches Verhalten, das im allgemeinen Sprachgebrauch auch oft mit den Synonymen „arrogant, dreist, unhöflich, unverschämt, vorlaut“ umschrieben wird.
In einem kurzen Kapitel über Begriff und etymologische Entwicklung des Wortes „frech“ wird der Bedeutungswandel untersucht, der vom negativen Akzent des Althochdeutschen (geizig, habsüchtig) bis zum nur positiven des Baseler-Dialekts (herzhaft, unerschrocken, lebenskräftig) reicht. Hieraus wird deutlich, daß es die Frechheit nicht gibt und es nur von den Kulturnormen abhängt, ob ein Verhalten als frech bezeichnet wird oder nicht.
Dieser kurzen theoretischen Einleitung folgt ein umfa