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Das vorliegende Buch stellt eine Ergänzung zu der 1955 erschienenen umfangreichen „Tierpsychologie“ desselben Verfassers dar, welche in dieser Zeitschrift1 ausführlich gewürdigt worden ist. Manches, was dort gesagt wurde, gilt auch für diese Affenpsychologie, vor allem, daß sie sich im wesentlichen auf Literatur stützt, die vor 1940 erschienen ist; es fehlt also z. B. die Berücksichtigung der grundlegenden Arbeiten von C. R. Carpenter über die Soziologie der Brüllaffen, Rhesus, Gibbone usw. Auch Yerkes' wichtige Zusammenfassung über die Schimpansenforschungen in Orange Park fand keine Erwähnung. Von 1948 und 1949 sind lediglich zwei russische Arbeiten zitiert, nämlich die von E. Wazuro über Untersuchungen der höheren Nerventätigkeit der Menschenaffen und die von N. Wojtonis über die Vorgeschichte des Intellektes.
Die systematische Anordnung beruht auf der Klassifikation von Elliot . Original-Abbildungen fehlen, einige stammen aus Brehms Tierleben und zu Abb. 4 hat sich eine falsche Legende eingeschlichen. Es handelt sich nicht um ein Kapuzineräffchen (Cebus), sondern um einen Rhesus.
Wie Odysseus an zwei Ungeheuern vorbeigelangen muß — sagt Dembowski in seiner Einführung —, so muß auch der Tierpsychologe die Scylla des Mechanismus und die Charybdis des Anthropomorphismus zu vermeiden suchen. Wenn sich ein Hund mit lautem Bellen auf einen Unbekannten stürzt, so liegt hier nicht eine Äußerung von „Wut“, „Treue“ oder „Pflichterfüllung“ vor, sondern ein „ganz gewöhnlicher Verteidigungsreflex“.
Es unterliegt keinem Zweifel, führt Dembowski aus, daß es im Organismus nichts außer der Materie und der in ihr wirkenden Kräfte gibt, daß weder eine lebende Materie noch eine lebende Kraft existiert. Das seien Hirngespinste des vergangenen Jahrhunderts, jedoch sei die Materie des lebenden Organismus in einer spezifischen Weise organisiert und darum von allem, was kein Organismus ist, qualitativ verschieden. Dieser Tatbestand wird erklärt durch einen Vergleich mit der Grammophonplatt